Moskau greift Zug an – Waren Diplomaten das Ziel?
Das russische Militär hat einen Personenzug in der ukrainischen Grenzregion zu Polen mit einer Kampfdrohne angegriffen und damit für Verstimmung in Warschau gesorgt.
Die polnische Regierung warf Moskau eine Verschärfung des Konflikts vor, später sorgte die ukrainische Bahngesellschaft für Aufsehen, als sie spekulierte, dass möglicherweise ein anderer, mit westlichen Diplomaten besetzter Zug, das Ziel des Angriffs war.
«Die Eskalation von russischer Seite ist nun Realität geworden, und die Beispiele dafür rücken immer näher an unsere Grenze heran», sagte Polens Regierungschef Donald Tusk bei einer Sitzung des Krisenstabs. Auch westliche Politiker sind bei ihren Reisen nach Kiew auf die Bahnverbindung von Polen in die Ukraine angewiesen – der Luftraum über dem Land ist gesperrt.
Am Sonntag war nach Angaben der ukrainischen Eisenbahn die Lokomotive des regulären Passagierzugs von Kiew nach Warschau beim Grenzbahnhof Jahodyn angegriffen worden. Die Passagiere wurden rechtzeitig evakuiert, niemand sei zu Schaden gekommen, hiess es.
Ukrainische Bahngesellschaft: Zug mit Diplomaten in der Nähe
Die ukrainische Eisenbahngesellschaft teilte am Abend mit, dass kurz vor dem Angriff ein Diplomatenzug am Bahnhof Jahodyn gehalten habe, an Bord dessen sich unter anderem Sicherheitsberater mehrerer EU-Mitglieder sowie ehemalige europäische Spitzenpolitiker, darunter der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson, befanden. Diese hatten tags zuvor an einer Konferenz in Kiew teilgenommen. In einem anderen Zug, der zum Angriffszeitpunkt am Bahnhof stand, habe sich der frühere CIA-Chef David Petraeus aufgehalten.