Mehrheit der Stimmbevölkerung befürwortet die Verträge mit der EU
Eine Mehrheit der Schweizer Stimmbevölkerung befürwortet das Vertragspaket mit der EU. Das zeigen Umfragen der Institute Leewas, gfs.bern sowie der Sotomo-Stiftung.
WIE STEHT DIE SCHWEIZ ZUM VERTRAGSPAKET MIT DER EU?
UMFRAGE I: ZÖGERLICHE ZUSTIMMUNG
In der am Dienstag veröffentlichten Nachbefragung des Leewas-Instituts im Auftrag von Tamedia und 20 Minuten liegen Ja- und Nein-Lager fast gleichauf. Zwischen dem 11. und dem 14. Juni wurden dafür 26'205 Personen befragt. Der statistische Fehlerbereich der Onlineumfrage liegt bei 1,5 Prozentpunkten.
UMFRAGE II: DEUTLICH DAFÜR
Von einer deutlichen Zustimmung geht hingegen Economiesuisse aus: Der Wirtschaftsdachverband hatte eine Umfrage beim Institut Sotomo in Auftrag gegeben. Dafür wurden vom 5. bis zum 12. Juni 1794 Personen befragt. Besonders viel Zustimmung zeigte die Umfrage beim Dublin- und beim Schengen-Abkommen (77 und 76 Prozent). Die Personenfreizügigkeit lehnten 27 Prozent der Befragten ab – 68 Prozent stimmten zu.
UMFRAGE III: BILATERALE BREIT BEFÜRWORTET
In der am Dienstag veröffentlichten Befragung von gfs.bern im Auftrag des Pharmaverbands Interpharma lehnten 31 Prozent die Vorlage ab. Bei einer Abstimmung würde die Vorlage heute von einer Mehrheit der Schweizer Stimmberechtigten (62 Prozent) angenommen.
Von den möglichen Szenarien für die künftigen Beziehungen zur EU fand einzig die Weiterentwicklung der Bilateralen eine Mehrheit von 53 Prozent. Ein reines Freihandelsabkommen, ein EWR-Beitritt oder das Beibehalten des Status quo wurden von einer Minderheit befürwortet.
WER SIND DIE BEFÜRWORTER?
In der Leewas-Befragung sprachen sich 30 Prozent für das Vertragspaket mit der EU aus – 16 Prozent gaben an, «eher dafür» zu sein. Ausschlaggebend für die Zustimmung ist laut gfs-Umfrage der Zugang zum europäischen Exportmarkt mit 84 Prozent und die Rolle der Verträge als Wohlstandsmotor mit 74 Prozent.