Mehr als jeder fünfte neue Pkw in der EU fährt elektrisch
Elektroautos haben ihren Anteil an den Neuzulassungen in der Europäischen Union binnen eines Jahres deutlich ausgebaut.
Nach acht Monaten waren 21,7 Prozent der neu zugelassenen Pkw reine Elektroautos (BEV – battery electric vehicles), fast sechs Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Insgesamt stiegen die Pkw-Neuzulassungen um 5,3 Prozent auf 7,55 Millionen Autos, wie der europäische Herstellerverband Acea in Brüssel mitteilte. Plug-in-Hybride standen für ein Zehntel des Marktes.
Im Juli stiegen die Neuzulassungen von Pkw im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3 Prozent und im August um 4,5 Prozent. Nach Einschätzung des EY-Experten Constantin M. Gall ist der Zuwachs allerdings nicht allein als Zeichen für eine Erholung des Automarktes zu werten. «Der Aufwärtstrend auf dem europäischen Neuwagenmarkt ist in erster Linie auf die Subventionierung der E-Mobilität zurückzuführen», sagte Gall. Sollten diese auslaufen, werde auch der Absatz von Elektroautos einbrechen.
Chinesische Autobauer legen zu
Deutlich zulegen konnten von Januar bis Ende August die chinesischen Anbieter. Autobauer wie der Volkswagen-Konzern warnen in jüngster Zeit immer deutlicher vor der erstarkenden Konkurrenz aus Fernost auf dem heimischen Markt. Der Geely-Konzern, zu dem der Acea-Verband unter anderem die im Westen bekannten Marken Volvo, Polestar und das Joint-Venture Smart mit Mercedes-Benz zählt, blieb in der EU mit seinem Marktanteil im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar nur stabil bei 2,7 Prozent.
BYD konnte seinen Anteil an den Neuwagen aber von 0,9 auf 2,4 Prozent Marktanteil mehr als verdoppeln. SAIC Motor (vor allem MG Motor) legte von 1,9 auf 2,2 Prozent zu, Chery Automobile (Marken Omoda, Jaecoo) von 0,5 auf 1,5 Prozent. Zusammen mit Leapmotor (0,8 Prozent) erreichten diese chinesischen Anbieter so rechnerisch zusammen einen Marktanteil von 9,6 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es Acea zufolge nur 6,2 Prozent.