Marc Lüthis Mission beginnt an einem symbolträchtigen Ort
Marc Lüthi übernimmt das Präsidium des Schweizerischen Eishockeyverbandes. Bei seinem ersten Auftritt fordert der 65-Jährige Einigkeit und erklärt, wie er die Gräben im Eishockey überwinden will.
Als Marc Lüthi für ein Foto posiert, kann er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. An der Wand hinter ihm hängen Bilder von Legenden Fribourg-Gottérons. Slawa Bykow. Andrei Chomutow. Mario Rottaris. Ausgerechnet er, der Mister SCB schlechthin der letzten Dekaden, lässt sich mit Sujets ablichten, die er mit seinem SCB-Herz eigentlich meiden würde wie der Teufel das Weihwasser.
Doch Marc Lüthi ist an diesem Freitagvormittag nicht als Mister SCB in die Arena von Fribourg-Gottéron gekommen, sondern als neu gewählter Verwaltungsratspräsident des Schweizerischen Eishockeyverbandes. Am Donnerstag wurde der langjährige CEO des SC Bern an einer ausserordentlichen Generalversammlung der SIHF als Nachfolger von Urs Kessler bestätigt. Seit Monaten war es in der Szene ein offenes Geheimnis, dass Lüthi nach dem abrupten Abgang Kesslers nach der Heim-WM in die Fussstapfen des früheren CEO der Jungfraubahnen treten soll. Und doch ist es noch ein gewöhnungsbedürftiges Bild, Lüthi nicht mehr vor dem schwarz-gelb-roten Logo mit dem Bären zu sehen, sondern dem rot-weissen des Verbandes.
«Nicht Liebe auf den ersten Blick»
Lüthi, der frühere TV-Kommentator, war schon immer ein gewiefter Kommunikator. Einer, der sich nicht vor Konflikten scheute, der aber auch wusste, wie er Menschen für sich und seine Ideen gewinnen kann. Und so überrascht es auch nicht, steckt eine gewisse Symbolik dahinter, dass die SIHF ihren neuen Verwaltungsratspräsidenten in Fribourg vorstellt, in den Räumlichkeiten seines «Ex-Lieblingsfeindes», wie es Lüthi mit einem Lachen sagt.