Manzambi drängt sich auf, Yakin wartet ab
Johan Manzambi ist im Spiel gegen Bosnien-Herzegowina der gefeierte Mann. Trotzdem möchte Trainer Murat Yakin dem 20-Jährigen keine Startelf-Garantie geben.
Es ist fast schon zu einem kleinen Markenzeichen geworden: Johan Manzambi beginnt seine Antworten auf Französisch fast immer mit dem Wort «Franchement», was übersetzt etwa «ehrlich gesagt» bedeutet. Und so sagt er auch an diesem Nachmittag in der Interviewzone von Los Angeles: «Ehrlich gesagt, es ist unglaublich.»
Mehrere Minuten nach dem Spiel kann er noch immer kaum fassen, was gerade passiert ist. Soeben hat er zum ersten Mal in seiner Karriere einen Doppelpack erzielt. Und das auf der grösstmöglichen Bühne überhaupt. «Vor den Fans, vor meiner Familie und in einem unglaublichen Stadion zwei Tore an der WM zu schiessen, ist ein Kindheitstraum.»
Gut 70 Minuten lang waren die Schweizer gegen Bosnien-Herzegowina zwar mehrheitlich in Ballbesitz, agierten im letzten Drittel jedoch zu wenig entschlossen. Die Angriffe folgten einem klaren Muster, das der Gegner mit der Zeit durchschaute. Der eingewechselte Manzambi verkörperte dann genau das, was dem Schweizer Spiel bis dahin gefehlt hatte: Witz, Wucht und eine gewisse Unberechenbarkeit.
Er sei einzig mit dem Wunsch aufs Feld gegangen, seinen Teamkollegen zu helfen, erklärt Manzambi. Der Trainer habe ihm einige taktische Anweisungen gegeben, ihm aber auch gesagt, er solle einfach zeigen, was in ihm stecke. «Ich denke, ich habe das so gut wie möglich getan.»
Debüt vor einem Jahr
Ein paar Meter weiter im Stadioninnern spricht auch Murat Yakin zu den Journalisten und wird dabei häufig auf Manzambi angesprochen. So bittet ein englischsprachiger Reporter den Schweizer Nationaltrainer, Manzambi «der Welt» ein wenig vorzustellen.
«Johan ist ein typischer Strassenkicker», sagt Yakin. Einer, der mit seinen Dribblings und Abschlüssen stets für Torgefahr sorgen könne. «Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben.»