Mafia: Chur zeigt Verständnis für Roveredo
Die Bürgergemeinde Roveredo GR hat sich am Donnerstagnachmittag mit Vertretern des kantonalen Departements für Justiz, Sicherheit und Gesundheit sowie des Amtes für Migration und Zivilrecht (AFM) getroffen. Im Zentrum des Treffens in Chur stand der Kampf gegen die organisierte Kriminalität.
Die Vertreter Graubündens zeigten Verständnis für das Anliegen der Bürgergemeinde Roveredo, wie der Kanton in einer Mitteilung vom Donnerstagabend schreibt.
Ende März hatten die Verantwortlichen der Bürgergemeinde Roveredo beschlossen, die Tätigkeiten im Zusammenhang mit Einbürgerungen auf ein Minimum zu beschränken. Eine Massnahme, die darauf abzielt, dass der Kanton mehr zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität tun und bei Aufenthaltsbewilligungen genauer hinschauen soll.
Dieser «Bummelstreik» hatte zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Chur und Roveredo geführt, sodass das AFM eine Prüfung für eine mögliche Zwangsverwaltung der Bürgergemeinde eingeleitet hatte – sprich deren vorübergehende Amtsenthebung. Eine Massnahme, die bislang jedoch nicht angewandt wurde.
«Wenn die Verfahren ordnungsgemäss durchgeführt werden – was wir hoffen –, entsteht unsererseits kein Handlungsbedarf», präzisierte der Leiter des AFM, Niculin Mosca, am Freitag gegenüber Keystone-SDA.
Strafverfahren weiterhin im Gang
Das AFM hatte Aufenthaltsbewilligungen an Personen ausgestellt, die Ende Februar bei einer Anti-Mafia-Operation festgenommen worden waren. Vier von ihnen waren in Roveredo ansässig und stehen im Verdacht, Verbindungen zur Camorra und zur ’Ndrangheta zu haben.
Mitte Mai hatte das AFM mitgeteilt, ein Verfahren eingeleitet zu haben, um den vier Beschuldigten das Aufenthaltsrecht zu entziehen. Eine Information, die vom Leiter des AFM bestätigt wurde. «Da der Fall eine internationale Dimension aufweist, ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen», hielt Mosca fest.