Lustrinellis Plan nach Unions Rekordniederlage
Union Berlin kassiert beim 0:7 in München seine höchste Niederlage in der Bundesliga. Für Trainer Mauro Lustrinelli wird die Lage zunehmend ungemütlicher. Sein Captain zeigt sich besorgt.
Nur ein Punkt aus den ersten vier Runden für den Elften der letzten Saison – so hat sich Thuns Meistertrainer Mauro Lustrinelli den Start bei seinem neuen Klub natürlich nicht vorgestellt. Doch der Tessiner versprüht weiter Zuversicht und sieht die dreiwöchige Länderspielpause als Chance. «Es ist sehr wichtig, jetzt den Kopf freizulassen, dass die Spieler einige Tage für sich haben und wieder die Energie und Batterie laden. Dann kommen wir zurück und es geht weiter im Leben», sagte Lustrinelli am Freitag nach der 0:7-Demütigung bei Bayern München. «Ich freue mich auf die Pause.»
In der Münchner Allianz Arena waren die Eisernen – anders als in vergangenen Jahren – kein unangenehmer Kontrahent, sondern harmloser Sparringspartner für den deutschen Rekordmeister. Unter Lustrinelli wollen die Berliner einen neuen Weg gehen, doch der Erfolg lässt auf sich warten. Nach dem Aufstieg mit dem FC Thun und dem anschliessend sensationelle herausgespielten Meistertitel sucht der 50-Jährige mit Union noch nach Stabilität.
Wie ein Kind, das Velofahren lernt
«Ich habe schon vor ein paar Tagen gesagt, ich habe diese Metapher, dass das kleine Kind Velofahren lernt», beschrieb Lustrinelli den von ihm eingeleiteten Entwicklungsprozess in Berlin. «Im Moment ist es immer am Boden. Es muss einfach aufstehen und wieder nach vorne. Das ist das Einzige, was wir im Leben haben. Grosse Resilienz, Arbeit, das ist die tägliche Arbeit – und das mit Vertrauen.»