Liechtensteiner Ospelt folgt auf umstrittenen Eliasch
Alexander Ospelt ist neuer Präsident des Internationalen Ski- und Snowboard-Verbandes FIS. Der Liechtensteiner gewinnt die Wahl beim Kongress in Belgrad gegen den bisherigen Amtsinhaber Johan Eliasch.
Das Verkünden des Wahl-Ergebnisses, das mit 65:64 Stimmen zugunsten Ospelts knappstmöglich ausfiel, war sozusagen der Startschuss zur erhofften Kehrtwende bei der FIS nach einer schwierigen Phase unter der Fuchtel von Ospelts Vorgänger, mit dem die Zusammenarbeit auf Dauer immer schwieriger wurde, der für Irrungen und Wirrungen sorgte, in dessen Amtszeit das Unverständnis schliesslich in Abneigung und Streitereien umschlug.
Das Aufatmen bei Vertretern vieler nationaler Verbände war nach dem Verdikt in Serbiens Hauptstadt selbstredend spürbar, die Erleichterung, eines der aufreibendsten Kapitel in der 102-jährigen Geschichte der FIS schliessen zu können, ebenso. Es ging schliesslich um nichts weniger als die Zukunft des Dachverbandes.
Die Wahl am Donnerstag soll der Beginn sein einer Epoche, in der die Dachorganisation wieder geprägt sein wird von Transparenz und Sachlichkeit, in der die Gesprächskultur und der Informationsaustausch wieder gelebte Werte sind. Normalisierte Bedingungen sollen dafür sorgen, dass sich wieder alle Involvierten aufeinander verlassen können.
Der Sieg des Brückenbauers
Der für vier Jahre gewählte Ospelt steht, so sein Wahlversprechen, für diese Werte. Der 58-jährige Rechtsanwalt mit Doktortitel und eigener Kanzlei in Schaan ist gewillt, den demokratischen Ansatz, Ruhe und Ordnung zurück ins Führungsgremium der FIS zu bringen. Alleingänge, Entscheide über den Kopf seiner Gefolgsleute hinweg, sind seine Sache nicht. Der einstige Präsident des Liechtensteinischen Skiverbandes, in den letzten zwei Jahren Mitglied des FIS-Councils, ist bereit zum Dialog – mit den angegliederten Verbänden, mit Athletinnen und Athleten und Komitees. So soll die Basis geschaffen werden, um die Aufgaben in einem nicht nur wegen des Klimawandels stets schwieriger gewordenen Umfeld zu meistern.