Letzte Reise: Sich früh damit zu befassen, lohnt sich
von Nadja Iten
Für Notfälle alles regeln, so wie man es will: Das ist nicht immer einfach – das Gesetz setzt ein relativ enges Korsett. Eine gewisse «massgeschneiderte» Selbstvorsorge ist aber möglich. Man kann bei schweren Krankheiten und Tod mit einem Vorsorgeauftrag oder einer Patientenverfügung vorsorgen.
Viele Menschen tun sich damit jedoch schwer, denn es geht um existenzielle Fragen: Wie wollen wir betreut werden, wenn wir selbst nicht mehr entscheiden können? Und wie wollen wir sterben?
Medizinische Belange abdecken
«Das Stichwort Patientenverfügung lässt heute fast jeden aufhorchen. Doch viele Menschen betrachten das Thema noch skeptisch, wollen sich nicht ausliefern, wollen leben – und sich nicht mit dem Tod beschäftigen», sagte Dimitrios Iliakis, leitender Arzt der Akutgeriatrie im Spital Linth, und ergänzte: «Bei einer Patientenverfügung hält man im Voraus fest, welchen medizinischen Massnahmen man im Notfall zustimmt und welche man ablehnt.»
Das Stichwort Patientenverfügung lässt heute fast jeden aufhorchen. Doch viele betrachten das Thema noch skeptisch.»Dimitrios Iliakis, Leitender Arzt Akutgeriatrie, Spital Linth
Es sei sozusagen die Anweisung des Patienten an seinen zukünftigen Arzt, so Iliakis weiter. Die Verfügung enthält sodann auch Anordnungen über die medizinische Betreuung: Lebensverlängernde Massnahmen sind ebenso zu thematisieren wie die Entbindung des Arztgeheimnisses. Dies erleichtert es den Angehörigen, in schwierigen Momenten schwierige Entscheide zu treffen. «Angehörige werden entlastet, weil sie nicht um die Frage ringen müssen: Was hätte die verunfallte Person wohl gewollt?», beschrieb Iliakis.