Korallenriffe vor Kenia trotzen den Folgen des Klimawandels
In den kristallklaren Gewässern vor der Küste Kenias gedeihen die Korallenriffe. Sie sind ein seltener Hoffnungsschimmer im Kampf um den Schutz der Ozeane angesichts steigender Temperaturen.
Eine neue Studie, die am Dienstag auf der Konferenz «Unsere Ozeane» in der Küstenstadt Mombasa im Osten Kenias vorgestellt wurde, zeigt, dass 166'000 Quadratkilometer Korallenriffe weltweit – etwa ein Drittel der Gesamtfläche – «klimaresistent» seien.
Die von der Wildlife Conservation Society (WCS) und der australischen Macquarie-Universität durchgeführte Forschung stellt die Schlussfolgerungen des Weltklimarats (IPCC) infrage. Die Studie wird derzeit von Fachleuten begutachtet und von einem Programm der philanthropischen Stiftung des US-Finanzkonzerns Bloomberg finanziert.
Der IPCC, die weltweite Autorität in Sachen Klimawandel, hatte erklärt, dass 70 bis 90 Prozent der Korallenriffe bei einer Klimaerwärmung von 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau absterben könnten und 99 Prozent bei 2 Grad Celsius.
«Unsere Modelle sagen eine weitaus vielversprechendere Zukunft für die Korallenriffe voraus. Wir schätzen, dass weltweit viele klimaresistente Riffe existieren und fortbestehen werden», freute sich die geschäftsführende Direktorin für Meeresschutz bei der WCS, Stacy Jupiter.
Patrouillen im Gewässer
Es seien jedoch weiterhin Massnahmen erforderlich, um diesen Riffen zu helfen, sich von den immer häufigeren Bleich-Episoden zu erholen. Weiter südlich, auf der kenianischen Paradiesinsel Wasini-Mkwiro, gingen die Dorfbewohner mit gutem Beispiel voran.
Die von den Fischern eingebrachten Fänge wurden dort von Datenerfassern gewogen, gemessen und registriert. Mitglieder dieser «Strandmanagement-Einheit» patrouillierten auch in den Gewässern und stellten sicher, dass niemand Überfischung betrieb oder zerstörerische Ausrüstung verwendete. Andere pflanzten Algen und Mangroven und sammelten Abfall.