Glarus Nord erteilt dem Niederurner Verkehrsverein eine Abfuhr
Heute Montag ehrt das Glarnerland seinen Patron, den heiligen Fridolin. Fast 20 Fridolinsfeuer-Anlässe finden sich auf der Eventplattform Glarner Agenda. In diesem Jahr wird die jahrhundertealte Tradition erstmals auch in Niederurnen gefeiert. Die Eternit stellt dafür ihren ehemaligen Röhrenlagerplatz zur Verfügung. «Der Kiesplatz ist optimal geeignet und kann nachher wieder sauber aufgeräumt werden», sagt Mitorganisator Bruno Weber, Präsident des Verkehrsvereins Niederurnen.
Am Gedenktag gebe es ein traditionelles Fridolinsfeuer, ohne Böögg und nur mit «sauberem Holz». Ab 18.30 Uhr lesen die Niederurner Bibliothekarinnen den Kindern Geschichten zum Fridlisfüür vor. Zudem gibt es Getränke und Würste vom Grill. Die Feier soll zur Attraktivität des Dorfes beitragen. Die Vorstandsmitglieder verfolgen aber auch ein Eigeninteresse am Anlass, da alle Kinder im Schulalter haben. Weshalb sie mehr Anlässe für Familien organisieren wollen. Die Kinder würden von der Werbung bis zum Aufstellen und Abbrechen auch gleich selber mit anpacken.
«Keine Tradition»
Ein herber Dämpfer kassierte der Verein im Januar, als die Gemeinde Glarus Nord bekannt gab, dass sie den Anlass nicht unterstützt. Mirko Slongo, Bereichsleiter Gesundheit, Jugend und Kultur, begründet den Entscheid: Weil «die Ortschaft Niederurnen bei der Durchführung eines Fridolinsfeuers im Dorf über keine Tradition verfügt», gebe es keine Unterstützung seitens Gemeinde. Anders bei den Festen in Näfels, Oberurnen und Bilten, bei denen die Gemeinde bei «der Organisation, mit Sachdienstleistungen und/oder mittels finanziellen Mitteln» hilft.
Beim Verkehrsverein Niederurnen trifft die Begründung auf Unverständnis. Die Kosten für das Fridolinsfeuer trage der Verein nun selbst. «Unserer Meinung nach ist das Fridlisfüür nicht auf die Dörfer fixiert, sondern ein Brauch fürs ganze Glarnerland», so Ivan Büchi, der seit einem Jahr im Vorstand des Verkehrsvereins ist. Er selber ist wegen des Entscheids nicht enttäuscht, im Gegenteil: «Es ist eher ein Ansporn, den Anlass trotzdem durchzuführen», sagt Büchi und lacht.