Kantonsrat bewilligt 543-Millionen-Paket für Glattalbahn-Ausbau
Der Zürcher Kantonsrat hat die Verlängerung der Glattalbahn um rund 3,3 Kilometer vom Flughafen Zürich bis Kloten Industrie genehmigt. Das 543-Millionen-Franken-Paket beinhaltet neben dem Bahnausbau auch Hochwasserschutz und eine neue Veloroute, gegen die sich die SVP vergeblich wehrte.
Von den 543,4 Millionen Franken entfallen 303,1 Millionen auf die Verlängerung der Glattalbahn. Weitere 100,6 Millionen sind für den Veloweg und 139,7 Millionen für den Hochwasserschutz vorgesehen. Dank Bundesbeiträgen trägt der Kanton Zürich nur rund 290 Millionen Franken.
Das für die Ausgabenbremse erforderliche Quorum von 91 Stimmen wurde am Montag im Rat für alle drei Teilprojekte problemlos erreicht.
«Räuberischer Akt»
Die SVP störte sich an den Kosten für den Veloweg und war nicht bereit, ein «derart teures Velowegprojekt» zu bewilligen. Paul von Euw (SVP, Bauma) sprach von «Veruntreuung des Strassenfonds», der vor «räuberischen Akten» geschützt werden solle. Mit ihrem Antrag, das Geschäft an die Regierung zurückzuweisen, scheiterte die SVP jedoch deutlich mit 44 zu 130 Stimmen.
Dass die Kosten für die Velohauptverbindung hoch seien, schlecke keine Geiss weg, sagte Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP). Eine günstigere Variante lasse sich jedoch nicht sinnvoll realisieren; das Projekt sei über zehn Jahre sorgfältig geplant worden, so Walker Späh. Es handle sich nicht um ein Luxusprojekt, sondern um ein «zweckdienliches und zukunftsorientiertes».
Dies sah auch die Ratsmehrheit so. Der öffentliche Verkehr sei Service public, sagte Felix Hoesch (SP, Zürich). Die Menschen bräuchten ein solches Angebot, auch für den Veloverkehr. Dieser werde nur genutzt, wenn ein akzeptables Angebot vorhanden sei. Tram und Veloweg seien die richtige Antwort auf das wachsende Gebiet. «So geht ganzheitliche und sachgerechte Politik», sagte Daniel Sommer (EVP, Affoltern am Albis).
«Hohe Preisetikette»