Kanton St. Gallen reagiert auf Hitze und Trockenheit
Der Kanton St. Gallen hat mit einem Verbot der Wasserentnahme aus Bächen und Weihern eine erste Massnahme gegen die anhaltende Trockenheit beschlossen. Die Waldbrandgefahr wird als erheblich eingestuft, ein Feuerverbot gibt es aber noch nicht.
Es sind nicht unbedingt die Hitzetage, die dem Kanton Sorgen bereiten. Die aktuelle Trockenheit ist die Folge einer längerfristigen Entwicklung. Dazu zählen zwei schneearme Winter in Folge sowie ein Niederschlagsdefizit in diesem Frühjahr.
Im ersten Halbjahr 2026 seien im Kanton St. Gallen nur 50 bis 70 Prozent der durchschnittlichen Niederschlagsmengen registriert worden, heisst es in der Mitteilung des Kantons vom Dienstag. Rund die Hälfte der Bäche und Flüsse führten Niedrigwasser.
Dazu kommt, dass die Wassertemperaturen zu hoch liegen. Der Kanton schreibt von «drei bis fünf Grad über den saisonal üblichen Werten». An rund einem Fünftel der Messstationen seien es «kritische Werte über 25 Grad». Als gefährdet gelten «kälteliebende Fischarten» wie Bachforellen und Äsche.
Wie 2003 und 2018
Insgesamt erinnere die Situation an die Rekordsommer 2003 und 2018. Der Kanton geht bei der Trockenheit neu von der Stufe drei und damit von einer «erheblichen Gefahr» aus – allerdings nicht im ganzen Kantonsgebiet. Im Obertoggenburg, Sarganserland oder im Seeztal gilt weiterhin nur Gefahrenstufe zwei.
Wie vor acht Jahren sind nun auch erste konkrete Massnahmen notwendig. Sie gelten für den ganzen Kanton. Ab sofort ist der «Gemeingebrauch von öffentlichen Oberflächengewässern» eingeschränkt. Die Entnahme von Wasser ist ohne Bewilligung untersagt.
Landwirte sind nur dann von der Massnahme betroffen, wenn sie über keine Bewilligungen verfügen. Die Empfehlung des Landwirtschaftlichem Zentrums SG (LZSG) lautet, dass keine Wiesen und Mais – die Ausnahme ist Saatmais – bewässert werden und Bewässerungen nur in verdunstungsarmen Zeiten stattfinden sollen.