Kanton bereitet sich auf Flüchtende aus der Ukraine vor
Gemäss dem Staatssekretariats für Migration könnten bis Ende Mai 2022 rund 35'000 bis 50'000 Personen in der Schweiz Zuflucht suchen. Der nationale Verteilschlüssel sieht vor, dass bis zu drei Prozent der Geflüchteten dem Kanton Graubünden zugewiesen werden. Darauf will sich der Kanton nun vorbereiten.
Um den Schutz der Flüchtenden umgehend sicherzustellen und die damit verbundenen Aufgaben zu bewältigen, installiert die Regierung einen Teilstab. Zudem wird eine zentrale Kommunikationsstelle eingerichtet. Für die Bevölkerung sind derzeit keine besonderen Schutzmassnahmen notwendig. Das geht aus einer Mitteilung vom Dienstag hervor.
Vorsorgeplan und Betreuung
Der vorgesehene Teilstab der Regierung koordiniere die Aufgaben sowohl innerhalb des Kantons als auch mit den Bundesstellen. Zudem nimmt er eine Vorsorgeplanung für die Unterbringung und Betreuung von Schutzsuchenden vor. Im Teilstab eingebunden sind derzeit das Amt für Migration und Zivilrecht, das Amt für Militär und Zivilschutz, das Sozialamt sowie das Amt für Volksschule und Sport.
Zentrale Kommunikationsstelle für Anfragen zur Ukraine
Weiter errichtet der Kanton aufgrund des zunehmenden Informationsbedürfnisses der Bevölkerung eine zentrale Kommunikationsstelle. Auf der kantonalen Webseite www.gr.ch/ukraine werden laufend Informationen im Zusammenhang mit der Ukraine veröffentlicht. Sie bietet einen Überblick über Hilfsangebote, Privat- und Kollektivunterkünfte, Kontaktstellen, beantwortet häufige Fragen und wird laufend aktualisiert.
Bestmögliche Betreuung dank Registration
Da die Ukraine und die Schweiz dem Schengenraum angehören, können Ukrainerinnen und Ukrainer frei einreisen und sich bis 90 Tage ohne Visum in der Schweiz aufhalten. Zudem erhalten sie in der Schweiz seit 12. März 2022 den Schutzstatus «S». Das heisst, dass sie ohne Asylverfahren vorerst ein Jahr in der Schweiz bleiben und arbeiten sowie dass Kinder zur Schule gehen können.