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Schweiz & Welt

Chefermittler: «Die Untersuchung des Ju-52-Unglücks wird weltweit beachtet»

Südostschweiz
02.08.2019, 20:29 Uhr
19.05.2026, 12:10 Uhr

Der Statusbericht der SUST, der heute Freitag veröffentlicht worden ist, beschreibt das aufwendige Untersuchungsverfahren zum Flugzeugunglück. Weil man bei der Rekonstruktion des Unglückflugs nicht auf einen Flugdatenschreiber zurückgreifen kann, muss man mit Fotos, Videoaufnahmen und 3-D-Modellen arbeiten:

Handys sollen bei der Rekonstruktion des Ju-52-Absturzes helfen

«Mittlerweile haben wir rund 80 Prozent der technischen Untersuchungen abgeschlossen», sagt Daniel Knecht gegenüber Radio Südostschweiz. Die Untersuchung gleiche einem Puzzle, alle relevanten Parameter müssen von aussen, also mithilfe von Video- und Fotoaufnahmen und 3-D-Modellen gemacht werden. «Weil der Flug beim Martinsloch vorbeiführte, also einer bekannten Sehenswürdigkeit, wurden kurz vor dem Absturz viele Fotos gemacht», erzählt Knecht. Das hilft seinem Team bei der Arbeit. Bei der Rekonstruktion der digitalen Daten kann die SUST auf Unterstützung aus Frankreich zählen. Die französische Sicherheitsuntersuchungsbehörde Bureau d'Enquêtes et d'Analyses pour la sécurité de l'aviation civile (BEA) kennt sich damit aus. Jedes Land, jedes Untersuchungsbehörde sei auf etwas spezialisiert, erklärt Knecht. «Deshalb helfen uns unsere Kollegen aus Frankreich in diesem Bereich.»

Mithilfe eines 3-D-Modells des Geländes beim Segnaspass und dem vorhandenem Bildmaterial könne der Flugverlauf nachvollzogen werden, erklärt Knecht weiter. «Dieses Verfahren liefert eine präzise Auswertung.» Dieses Untersuchungsverfahren, das aussergewöhnlich und aufwendig sei, findet gemäss Knecht denn auch international grosse Beachtung. «Man schaut aus aller Welt auf uns. Schliesslich sind überall noch solche alten Flugzeuge in Betrieb.» Mit den Resultaten aus der Untersuchung der SUST erhofft man sich Erkenntnisse für den sicheren Flugbetrieb von alten Maschinen. «Verschiedene Aufsichtsbehörden sind an unseren Ergebnissen interessiert.»

Noch nichts ausschliessen

Zu den Unfallursachen will sich Knecht noch nicht äussern. «Solange wir nicht alle erforderlichen Untersuchungen abgeschlossen haben, müssen wir noch immer von allen möglichen Ursachen ausgehen.» Der Schlussbericht soll im ersten Quartal des kommenden Jahres veröffentlicht werden. «Ich bin sicher, dass wir dank unserer Arbeit am Schluss ein gutes Bild des Unfallhergangs liefern können», sagt Knecht abschliessend.

Das ganze Interview mit Daniel Knecht gibt es hier zum Anhören:

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