Jordanien statt Zürcher Zoo – Vater entführt Sohn
Ein 44-jähriger Software-Entwickler hat vor elf Jahren seinen Sohn von Zürich nach Jordanien entführt. Das Kind lebt noch heute in Amman. Die Mutter hat keinen Kontakt mehr zu ihm. Am Mittwoch musste sich der Vater vor Bezirksgericht verantworten. Das Urteil liegt noch nicht vor.
«Ihr wurde die ganze Kindheit mit ihrem Sohn genommen», sagte der Anwalt der Mutter vor Gericht. Der Staatsanwalt formulierte es noch drastischer: «Die Entführung war für die Mutter ein Totalverlust des Kindes, vergleichbar mit dessen Tod.»
Im Jahr 2015 sagte der Jordanier zur Mutter, dass er mit dem damals knapp dreijährigen Sohn in den Zoo gehe. Danach könnten sie sich zum gemeinsamen Abendessen treffen. Das Ehepaar war da bereits getrennt.
Statt in den Zoo fuhr er zum Flughafen
Zum gemeinsamen Abendessen kam es jedoch nicht: Statt in den Zoo fuhr der Vater mit seinem Kind zum Flughafen und stieg in eine Maschine nach Amman, der jordanischen Hauptstadt. Das Kind sollte bis heute nicht mehr in die Schweiz zurückkehren.
Diese Entführung sei kein spontaner Entscheid gewesen, sondern von langer Hand geplant, sagte der Staatsanwalt. Bereits einige Wochen zuvor war der Vater mit dem Kind in Jordanien in den Ferien. «Wohl deshalb, um eine Ausreise-Einwilligung der Mutter zu erhalten.»
Dieses unterschriebene Papier habe er bei der Entführung dann erneut vorgelegt. Die Mitarbeitenden der Grenzkontrolle realisierten nicht, dass die Einwilligung der Mutter ein älteres Datum trug.
Zehn Jahre danach verhaftet