In der Schweiz werden immer weniger klinische Studien durchgeführt
In der Schweiz werden deutlich weniger klinische Studien durchgeführt als noch vor zehn Jahren. Das Swiss Cancer Institute und der Branchenverband Interpharma schlagen Alarm.
Zwischen 2014 und 2024 sei die Zahl an jährlich in der Schweiz durchgeführten klinischen Studien um über ein Viertel von 185 auf 137 gesunken, teilten die beiden Organisationen am Donnerstag an einer Medienkonferenz in Bern anlässlich des Welt-Krebsforschungstags mit.
Die klinische Krebsforschung stehe in der Schweiz an einem äusserst kritischen Punkt. Insbesondere akademische klinische Forschung, also Studien, die nicht von der Pharmaindustrie durchgeführt werden, erlebten einen Rückgang, erklärte der Chef des Swiss Cancer Institutes (SCI), Vincent Gruntz.
Folgen für Patientinnen und Patienten
Klinische Studien sind wissenschaftliche Untersuchungen am Menschen, die neue Medikamente, Therapien oder Medizinprodukte auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit prüfen. Die klinische Krebsforschung habe die Überlebenschancen in den letzten Jahren deutlich verbessert.
«Fast 70 Prozent der Schweizer Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens an Krebs», sagte Lea Kusano vom SCI an der Medienkonferenz. Ein Rückgang dieser Studien in der Schweiz führe dazu, dass Patientinnen und Patienten seltener frühzeitig Zugang zu neuen Behandlungsmöglichkeiten erhielten. «Für austherapierte Krebspatientinnen ist eine klinische Studie oft die letzte und einzige Therapieoption», so Gruntz.
Klinische Studien im Ausland