Im Berner Oberland auf Höhenflug
Als Treffpunkt für das Interview schlägt Dominik Schwizer das Einkaufszentrum direkt neben der Stockhorn Arena, Heimstätte des FC Thun, vor. Als er an diesem Montag pünktlich um 12.30 Uhr erscheint, hat er eine Trainingseinheit im Fitnessraum des Klubs hinter sich. Schwizer hätte nicht dort sein müssen, schliesslich ist es für die Spieler des FC Thun der einzige freie Tag der Woche. Doch der 22-Jährige weiss genau: Extraefforts tun ihm nicht nur gut, sie sind auch Ausdruck von Wille und Bereitschaft. Und dies wird registriert.
Einmal von Anfang an
Auch auf dem Platz, ob im Training oder Spiel, ist Schwizer darum bemüht, bei jeder Gelegenheit auf sich aufmerksam zu machen. Zum Thuner Kader gehört er fix, zum Stamm nicht. In der Meisterschaft kommt der Flügelspieler in der laufenden Saison auf acht Teileinsätze. Einmal, am 15. Dezember beim 1:0-Heimsieg gegen GC, stand er in der Startformation. «Würde ich sagen, dass es mir egal ist, nicht öfter zu spielen, wäre das sicher falsch», sagt Schwizer, «doch es könnte schlimmer sein, nämlich, wenn wir Letzter wären und ich nicht spiele. Wenn wir Erfolg haben, ist das für alle gut.»
Erfolg hat der FC Thun jede Menge. Nach 21 von 36 Runden ist er Tabellendritter mit nur zwei Punkten Rückstand auf den zweitplatzierten FC Basel und mit bereits sieben Zählern Vorsprung auf den FC Zürich auf Rang 4. Und im Schweizer Cup spielen die Thuner am kommenden Donnerstag gegen Lugano um den Einzug in die Halbfinals.
Der erste Einsatz in der Super League war ein megaschöner Moment»
Für Trainer Marc Schneider gibt es derzeit kaum einen Grund zum Wechseln. Das weiss auch Schwizer. Er bezeichnet den 38-Jährigen, der aus Thun stammt und erst in seiner zweiten Saison in der Super League coacht, als sehr wichtig für den Erfolg: «Er lebt uns vor, was wir machen sollen. Er war vor nicht allzu langer Zeit selbst noch Spieler und weiss, wovon er spricht.» Den Höhenflug seines Teams begründet Schwizer auch damit, dass sie immer auf jeden Gegner top eingestellt seien. Von der Akribie, mit der Videostudium betrieben wird, ist der 1,79 Meter grosse Offensivspieler begeistert.