Ikea, Wohnungen oder doch ein Spielplatz?
Noch absolvieren Hunderte Rekruten ihre RS auf dem Areal an der Kasernenstrasse in Chur. Doch in Zukunft soll die Kaserne samt Rekruten umziehen – auf den Rossboden. Das Churer Stimmvolk hat dem Vorhaben bei den Abstimmungen Ende September deutlich zugestimmt. Damit wird mitten in der Stadt eine grosse Fläche frei. Doch wie diese künftig genutzt werden soll, ist aktuell noch nicht geklärt. Ausserdem dauert es noch etwa zehn Jahre, bis das Areal seiner neuen Nutzung zugeführt werden kann. Nichtsdestotrotz haben die Leserinnen und Leser der «Südostschweiz» bereits sehr konkrete Ideen, was auf dem Areal entstehen könnte. Die «Südostschweiz»-Redaktion hat diese Ideen nach Wahrscheinlichkeit bewertet, ohne Gewähr, versteht sich.
«As Atomkraftwerk würd no nach Chur passa»
Ob der Facebook-Kommentar von Linard C. wirklich ernst gemeint war, können wir nicht beurteilen. Was wir aber mit Sicherheit sagen können ist, dass auf dem Kasernenareal kein Atomkraftwerk gebaut werden wird. Der Bau neuer Atomkraftwerke in der Schweiz ist nämlich verboten, seit die Schweizer Bevölkerung 2017 die Energiestrategie 2050 angenommen hat.
Umsetzungs-Wahrscheinlichkeit: 0 von 5.
«I wür an Knast drus macha, so fühlt ma sich nemlich wema döt isch»
Justin C. scheint persönliche Erfahrungen mit der Kaserne gemacht zu haben, sein Kommentar lässt jedenfalls darauf schliessen. In Cazis wurde unlängst ein neues Gefängnis eröffnet, auf einem wesentlich grösseren Areal. Ausserdem stünde das Gefängnis mitten in einer Wohnsiedlung. Ob dies ohne Einsprachen verwirklicht werden könnte, ist zu bezweifeln.
Umsetzungs-Wahrscheinlichkeit: 0 von 5.
«Ikea»
Gleich vier Personen wünschen sich den grossen Schweden auf das Kasernenareal. Die Fläche dürfte zwar ausreichen, aber ob die Stadt ein Interesse daran hat, das Gebiet einem Möbelhändler zur Verfügung zu stellen, ist eine andere Frage. Fakt ist: Ikea bekundete vor einigen Monaten deutliches Interesse am Standort Chur. Ob dem Schweden auch der Standort Kasernenstrasse gefällt? Jedenfalls käme Leser Justin C. so zu seinen schwedischen Gardinen.
Umsetzungs-Wahrscheinlichkeit: 2 von 5.
«I bin dafür, dass witerhin s Militär döt isch»
Dazu wird es kaum kommen. Das Militär zieht auf den Rossboden um, nach der Abstimmung gibt es fast kein Zurück mehr. Nur unter anderem das eidgenössische Parlament muss noch über den Kasernenneubau auf dem Rossboden befinden. Sorry Lucien M.
Umsetzungs-Wahrscheinlichkeit: 1 von 5 (und diesen einen Punkt gibt es nur, wenn das Projekt aus Versehen vergessen geht, wie bereits einige Dinge zuvor.)
«A Park mit Spielplatz, zum erhola und wohlfühla»
Der naturnahe Traum von Romina G. könnte tatsächlich Wirklichkeit werden. Ein zentrales Mini-Naherholungsgebiet in der Stadt dürfte bei den Anwohnenden auf Zuspruch stossen. Besonders, wenn ein Spielplatz für die Kinder geschaffen würde. Investiert werden müsste natürlich trotzdem, die Kosten hielten sich aber in Grenzen, besonders wenn man es mit den Ideen «Atomkraftwerk» und «Knast» vergleicht.
Umsetzungs-Wahrscheinlichkeit: 4 von 5 Punkten.
«Bezahlbari Wohniga»
Wünschen würden sich dies viele Personen aus unserer Community, so viel steht fest. Abwegig ist die Vorstellung nicht. Sei es für Familien, Rentner oder einfach für alle: bezahlbarer Wohnraum kommt immer gut an. Ob der Stadtrat das auch so sieht, steht aktuell noch in den Sternen.
Umsetzungs-Wahrscheinlichkeit: 3 von 5 Punkten.