«Ich werde mich für alle Bündner einsetzen»
Sechs Kandidierende für fünf Sitze – gerade riesig war die Auswahl für die Gesamterneuerung der Bündner Exekutive bis anhin nicht. Aufgrund dessen beschäftigte sich Susak schon länger mit dem Gedanken, sich auch politisch engagieren zu wollen. In den letzten Wochen hätten ihn nun zahlreiche Leute dazu motiviert, auch noch ins Rennen um einen Regierungsratssitz zu steigen. «Ich würde meine Kräfte gerne nicht nur der Kirche, sondern der gesamten Allgemeinheit zur Verfügung stellen», erklärt der Pfarrer im Gespräch mit der DZ. Er amtet bereits seit zwölf Jahren als Pfarrer in Davos. Im Zuge seines Zehn-Jahr-Jubiläums ist er mit dem Schweizer Pass beehrt worden, womit die Voraussetzung für die passive Wählbarkeit gegeben ist. Das Politische liege ihm keineswegs fern, meint Susak. Nicht nur beim WEF, immer wieder durfte er bekannte Amtsträger in Davos willkommen heissen – so beispielsweise alt Bundesrat Christoph Blocher (siehe Foto). Auch mit Ständerat Stefan Engler und alt Landammann Tarzisius Caviezel pflegt er Kontakte zu Personen, welche die Bündner Politik aus dem Effeff kennen.
Parteilosigkeit als Trumpf?
Doch wie ist Susak politisch ausgerichtet? «Mein Herz schlägt am ehesten für die CVP, respektive die heutige Mitte. Doch ich möchte auch von anderen Parteiprogrammen positive Aspekte übernehmen, weshalb ich als Parteiloser kandidiere.» Da er als Dekan sehr viel im Kanton herumkomme und der «Bündner Schlag» dem «Allgäuer Schlag»– wo Susak herkommt – gleiche, habe er ein gutes Gespür für die Anliegen der Menschen. Die gute Vernetzung in Graubünden könnte ihm dabei ebenfalls in die Hände spielen. Der Theologe betont, dass nicht nur die katholische Pfarrei Davos, sondern alle Menschen in Graubünden profitieren werden; egal, welcher Konfession oder Weltanschauung. Somit könne sich seine Parteilosigkeit im Wahlkampf durchaus als positiver Aspekt herausstellen.
Neue Wege beschreiten
Angesprochen auf sein Wunschdepartement, meint Susak: «Grundsätzlich muss ich als Neugewählter das Departement übernehmen, das gerade frei wird». Am meisten reizen würde ihn aber das Departement «Bau» für Infrastruktur, Energie und Mobilität. Denn dort könne man sich sprichwörtlich als Brückenbauer betätigen. «Als Pfarrer und Dekan durfte ich schon für viele Menschen unterschiedlichen Alters einen Weg zum Evangelium bauen», führt er die Metapher weiter. Es sei sein Naturell, mutig auch neue Wege zu beschreiten – eine Fähigkeit, die er für das Infrastrukturdepartement als sehr passend erachtet. Denn auch die Kirche könne nicht immer auf alten Wegen bleiben, sondern müsse mit Weitblick und zukunftsorientiertem Denken voranschreiten.