Hochkarätiges Jubiläumsprogramm am Literaturfestival Leukerbad
Das Literaturfestival Leukerbad wird dreissig. 44 Autorinnen und Autoren aus 19 Ländern reisen ins Wallis, darunter die Grande Dame Portugals, Lídia Jorge und die Iranerin Aliyeh Ataei, Writer in Residence am Literaturhaus Zürich.
Trau keinem über dreissig? Das gilt nicht für das Internationale Literaturfestival Leukerbad. In seinem Jubiläumsjahr wartet es mit einem besonders hochkarätigen und umfangreichen Programm auf. Am stärksten vertreten ist die deutschsprachige Literatur, was in der Natur des Festivalstandorts liegt.
Schweizer Crème de la crème
Unter den 17 Schweizer Autorinnen und Autoren ist diesmal fast alles vertreten, was aktuell Rang und Namen hat: Dorothee Elmiger, die für ihr letztes Buch «Die Holländerinnen» den Schweizer und den Deutschen Buchpreis gewonnen hat; Lukas Bärfuss mit dem vor kurzem erschienenen Buch «Königin der Nacht» über seine Mutter; Martina Clavadetscher, die vielleicht kritischste literarische Beobachterin der hiesigen Gesellschaft.
Die französische Schweiz ist mit Elisa Shua Dusapin und Catherine Lovey zwar mit erfolgreichen Autorinnen präsent, aber quantitativ untervertreten. Die Autorin und Übersetzerin Anna Ruchat vertritt die italienische Schweiz. Und das Berner Duo Fitzgerald & Rimini lassen Musik und Performance in die Literatur einfliessen.
Osteuropa und Diaspora
Aus Österreich reisen vier Gäste an, darunter der vielgelesene Intellektuelle Robert Menasse und die virtuose Pop-Schreiberin Vea Kaiser. Deutschland punktet vor allem mit jungen Autorinnen und Autoren oder solchen mit osteuropäischem Hintergrund. Darunter sind Yevgeniy Breyger aus Charkiw, der in Leipzig studiert hat, heute in Wien lebt und zuletzt unter dem Titel «Hallo niemand» einen «Roadtrip in Versen» vorgelegt hat, sowie die Autorin Son Lewandowski, die in Köln das Literaturfestival Insert Female Artist gegründet hat und unter anderem dort die Rolle der Frauen im Literaturbetrieb zum Thema macht.