Hallenbad-Vorschlag belebt auf Eis gelegte Lido-Debatte
Das Lido in Rapperswil‑Jona ist eines der Sorgenkinder der Stadt. Den Neubau des Freibads sistierte der Stadtrat vor Jahresfrist – wegen Kostenüberschreitungen von mindestens fünf Millionen Franken.
«Das gescheiterte Projekt ist passé», sagt Sportrat Dani Alge. Und blickt nach vorne: «Für ein neues Projekt liefern die Erfahrungen daraus aber wichtige Erkenntnisse.»
Standort bietet Synergien
Von einem erneuten Neubau wird derzeit höchstens hinter vorgehaltener Hand gesprochen. Beim ehemaligen Sportförderpreis-Gewinner Alge und anderen Sporträten kreisen die Gedanken aber schon länger um die Zukunft des Freibads. Der Tenor lautet: Es sei zumindest in Erwägung zu ziehen, zusätzlich ein Hallenbad zu bauen. Zu diesem Schluss kommt Alge, weil der Standort im Südquartier Synergien bietet: «Mit der Abwärme des angrenzenden Eisfelds könnte ein Hallenbad energetisch sinnvoll beheizt werden.» Diese Konstellation Eisfeld und Hallenbad existiere und beweise sich hierzulande schon dutzendfach.
Und Bedarf für ein öffentliches Hallenbad in Rapperswil-Jona sieht der Familienvater ebenfalls. Dafür verweist er auf die aktuelle kantonale Sportstudie, die heuer erstmals Rapperswil‑Jona genauer betrachtete (Ausgabe vom 2. Oktober). Laut dieser Befragung würden über 13 Prozent der Bevölkerung – also rund 3500 Bürger – ein öffentliches Hallenbad begrüssen.
Doch ist das wirklich nötig? Immerhin verfügt die Stadt bei den Schulhäusern Paradies-Lenggis, Schachen und Hanfländer bereits über drei Lehrschwimmbecken. «Die kleinen 20-Meter-Becken teilen sich Schulen, Vereine und die Öffentlichkeit», entgegnet Alge. Sinnvoller wäre ein Bad, das den ganzen Tag allein für Badegäste offenstehe und dank der Beckenlänge von mindestens 25 Metern auch ganzjährig Leistungssport ermöglichen würde.
In diesem könne dann spezifisch auf die Bedürfnisse von Badenden, Streckenschwimmern oder Gesundheitssportlern wie Aqua-Joggern eingegangen werden. Alge ist überzeugt: «Jeder weiss, wie schön das Lido ist. Ein Hallenbad kombiniert mit der attraktiven Seeanlage kann zu einem Treffpunkt für Jung und Alt, Familien und Sportler werden.»