Grond will näher zur Weltelite rücken
Die letzte Saison passte für Valerio Grond. Der junge Davoser qualifizierte sich für die Olympischen Spiele in China, wo er im Sprint 18. wurde. Im Weltcup lief er im Heimrennen auf Platz 9. Und im Continental Cup erreichte er mehrere Spitzenklassierungen. An den U23-Weltmeisterschaften sprintete Grond ausgerechnet in der Langlauf-Hochburg Norwegen zur Goldmedaille. «Ein Titel, den die Leute wahrnehmen», stellt der Sprintspezialist fest. Er habe sich damit bei den Gegnern Respekt verschafft und bezüglich Sponsoren eine bessere Verhandlungsbasis erreicht. Grond weiss nun auch «schwarz auf weiss», dass er mit den weltbesten Altersgenossen mithalten kann. Die Tatsache, alle Skandinavier bezwungen zu haben, verlieh ihm auch viel Motivation für das Sommertraining. Denn der Monsteiner macht sich keine Illusionen: «Im Weltcup geht die Post nochmals ganz anders ab als bei den U23».
Die Rückenprobleme im Griff
In seiner noch jungen Karriere erreichte Grond seine Spitzenresultate allesamt in Skating-Sprints. Das ist gesundheitlich wegen eines Bandscheibenvorfalls vor vier Jahren gesundheitlich bedingt. «Meine Rückenprobleme sind noch immer nicht völlig weg. Das wird auch nie geschehen; damit muss ich umgehen», bemerkt der Spitzensportler. «Ich musste lernen, für mich die richtige Abstimmung zu finden, wie viel ich ins Training investieren kann, sodass es der Rücken verträgt.» Konkret heisst das, eine lange Trainingseinheit mal eine halbe Stunde früher zu beenden oder eine andere Trainingsform wählen, etwa mehr auf das Bike oder Rennvelo statt joggen. In den Sprint-Wettkämpfen spüre er selten Beschwerden, «da bin ich im Adrenalin», sagt Grond. Und das Skaten fällt im wesentlich leichter als das Laufen im klassischen Diagonalstil. Aber genau diese Defizite hat der Davoser in den letzten Monaten im Sommertraining mit vermehrtem Rollskitraining in der klassischen Lauftechnik und viel mehr Doppelstocktraining gezielt angepackt. Daran feilte er im August anlässlich eines Trainingslagers auch in eine Woche lang in einem Skitunnel in Schweden. Nun blickt er mit einiger Genugtuung zurück. «Ich erzielte Fortschritte», stellt Grond fest. «Ich konnte recht viel machen, ohne dass der Rücken Stopp sagte.»