Nach einem halben Jahr heisst es: Vaarwel Nederland, grüezi Mühlehorn
von Ronja Dürst
Der Kofferraum ist gefüllt mit Gepäck, Geschenken für die Familie zu Hause, Karten und Aufmerksamkeiten der Gastfamilie und von Bekanntschaften aus der Region. Ich habe keine Lust, zurück in die Schweiz zu gehen. Ich denke wieder an den schweren Abschied heute Morgen.
Wir haben alle geweint und ich habe meine Gastschwestern dreimal «zum letzten Mal» umarmt. Die Familie stand winkend auf dem Hof, als ich im Regen wegfuhr. Ein letztes Mal sah ich den Camping und das Familienhaus.
Eigentlich sind die Tränen ein gutes Zeichen, denke ich. Es war eine schöne Zeit für uns alle und darauf können wir noch lange mit einem guten Gefühl zurückblicken.
Rückblick auf ein halbes Jahr Niederlande
Es ist ruhig auf der Autobahn. In Deutschland ist heute ein Feiertag und die Fahrt zurück in die Schweiz verläuft verhältnismässig ruhig. In meiner Melancholie gehe ich durch die Fotogalerie und schaue die Bilder des vergangenen halben Jahres an. Laute Regentropfen knallen gegen die Windschutzscheibe des Autos. Mir fällt auf, dass es in der Landschaft immer mehr Berge hat. Auf der Strasse sind kaum noch gelbe Nummernschilder zu sehen, denn die Grenze zu den Niederlanden liegt inzwischen schon ein grosses Stück zurück.
Ich stosse auf ein Foto vom ersten Tag in der Provinz Zeeland und erinnere mich noch gut an das Gefühl, das ich damals hatte. Eine Mischung aus Vorfreude und Nervosität machte sich breit. Obwohl es sich so anfühlt, als ob das halbe Jahr innert Kürze vorbeiging, ist es, als hätte eine andere Person die Anfangszeit in den Niederlanden erlebt.