Graubünden bessert nach den schweren Unwettern im Misox GR nach
Zwei Jahre nach den schweren Überschwemmungen im Misox kommt eine kantonale Analyse zum Schluss: Trotz der verheerenden Schäden war das Unwetter vom Juni 2024 statistisch gesehen weder extrem noch aussergewöhnlich. Der Kanton zieht dennoch Konsequenzen und investiert Millionen in neue Schutzprojekte.
Am Freitagabend des 21. Juni 2024 kam es nach 18 Uhr aufgrund heftiger Gewitter zu weiträumigen Überschwemmungen im Misox GR. Die Abflussmenge des Flusses Moesa, gemessen an der Station Lumino, stieg von 50 auf über 600 Kubikmeter pro Sekunde.
Die Kraft des Wassers riss rund 200 Meter der Autobahn A13 zwischen Soazza und Lostallo weg, während in Sorte drei Häuser und drei Fahrzeuge mitgerissen wurden. Mehrere dutzend Personen mussten evakuiert werden. Das Unwetter forderte zwei Todesopfer, eine Person gilt nach wie vor als vermisst. Die geschätzten Schäden belaufen sich auf rund 84 Millionen Franken.
Neue Analyse
Trotz der Schwere der Folgen stuft die kantonale Analyse, die das Amt für Wald und Naturgefahren des Kantons Graubünden am Dienstag veröffentlichte, das Ereignis aus statistischer Sicht nicht als extrem oder aussergewöhnlich ein: Intensität, Ausmass und die beobachteten Prozesse werden als vergleichbar mit dokumentierten historischen Ereignissen angesehen.
Dem Bericht des Amtes für Wald und Naturgefahren zufolge zeigten die vor dem Hochwasser gültigen Gefahrenkarten die gefährdeten Gebiete im Allgemeinen korrekt auf. In über 80 Prozent der untersuchten Bäche lagen die tatsächlich betroffenen Flächen innerhalb der bereits identifizierten Gefahrenzonen.
Weniger präzise erwiesen sich die Einschätzungen hingegen bezüglich der Intensität der Phänomene, der durch Murgänge transportierten Materialmengen und des Zusammenspiels der verschiedenen Naturprozesse.
Die Studie verdeutlicht auch die Grenzen, die bei einigen Schutzbauten auftraten, die nach dem vorherigen Hochwasser von 1978 errichtet worden waren. In mehreren Fällen wurden die Auffangbecken und Rückhaltebauwerke von den im Juni 2024 in Bewegung geratenen Geschiebemassen ausgefüllt oder überlastet.