Grächen VS gilt als idealer Ort zur Erforschung von Naturgefahren
Das Mattertal ist ein ideales Untersuchungsgebiet für Naturgefahren im Gebirge. Am Donnerstag stellte der neue Lehrstuhl der Universität Genf in Grächen VS Medienvertretern seine künftigen Forschungsprojekte vor.
Der Treffpunkt wurde nicht zufällig gewählt, sondern gerade wegen des Ritigrabens, einem Wildbach, der in rund 2600 Metern Höhe entspringt. Es handelt sich um einen «symbolträchtigen» Ort zur Erforschung von Murgängen, auf die sich der von Markus Stoffel geleitete Lehrstuhl konzentriert.
Hier seien seit 1570 mehr als 127 Ereignisse dokumentiert worden, erklärte der Professor der Universität Genf (Unige) beim Ortstermin. Im Laufe der Zeit habe sich das Bachbett um mehrere Meter vertieft.
Der Ritigraben gehört zu den Orten, die vom Team des Lehrstuhls untersucht werden. Die Forschungsarbeiten des Lehrstuhls werden sich auf den gesamten Alpenbogen erstrecken. In der Schweiz werden sie sich auf das Wallis und das Engadin konzentrieren.
Einfluss des Klimawandels
«Wir wollen besser verstehen, in welchem Ausmass und auf welche Weise der Klimawandel diese Prozesse beeinflussen wird», führte Stoffel aus. Es gehe auch darum, zu bewerten, wie sie sich auf die Raumplanung auswirken werden, und der Bevölkerung sowie den Behörden die Möglichkeit zu geben, sich darauf vorzubereiten.
Es gebe Tausende von Standorten in der Schweiz, an denen Murgänge entstünden, fuhr der Wissenschaftler fort, der das Walliser Gebiet seit fast 25 Jahren erforscht. Vor dem Hintergrund des Klimawandels werden laut Stoffel Ereignisse eintreten, für die es in der von den Menschen überblickbaren Geschichte nichts Vergleichbares gibt.