Glarner «Geistheilerin» Anna G. fordert Freispruch
Anna G.* will ihre Weste vor dem Kantonsgericht Luzern reinwaschen. Wie der «Blick» berichtet, forderte sie am Montag einen vollumfänglichen Freispruch. Anna G. muss sich wegen Betrug, Veruntreuung, ungetreuer Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung verantworten. «Man muss mich nicht bestrafen, sondern rehabilitieren», forderte sie beim Prozess vor dem Richter. Im erstinstanzlichen Urteil wurde Anna G. zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt, zwei weitere Jahre bedingt. Zudem soll sie ihrer ehemaligen Schülerin Sandra Müller* fast 1,6 Millionen Franken Schadenersatz zahlen.
Beim Fall geht es um Millionen, die für den Umbau des Chalets «Klösterli» in Braunwald bestimmt waren. In diesem wollte Anna G. ein Retreat-Zentrum eröffnen und verschiedene Kurse und Seminare für pflanzliche Ernährung oder Yoga anbieten. Einen Teil des benötigten Geldes soll Anna G. von Sandra Müller ergaunert haben. Müller lernte Anna G. 2010 an einer Esoterik-Messe in Zürich kennen und besuchte später einen ihrer Lebenshilfe-Lehrgänge. Für die Staatsanwaltschaft gibt es «typische Merkmale» für eine «sektenartige Gemeinschaft». Diese habe sie unter Druck gesetzt. Sandra Müller schenkte der Heilerin mehrere Millionen Franken.