Gestreikt wird auch in der Region
Frauen aus der Region engagieren sich aus vielen verschiedenen Gründen beim Frauenstreik. Das geplante Glockengeläut und den Apéro in Kaltbrunn organisiert zum Beispiel Beate Kaschel, Pfarreibeauftragte der Katholischen Kirchgemeinde Kaltbrunn.
«Gerade in der Kirche liegt die Chancengleichheit in weiter Ferne», so Kaschel. Luft nach oben sehe sie zudem in Politik und Wirtschaft. Auch die Sexualisierung und das Frauenbild in der Werbung findet Kaschel problematisch. «Frauen sollten keine Kopien von Männern werden, aber mehr Möglichkeiten haben, ihre weiblichen Stärken einzusetzen.»
«Die meisten nehmen frei»
Ansprechpartnerin für die Medien beim Frauenstreik in Rapperswil-Jona ist Daniela Meyer, Präsidentin der SP See-Gaster. Sie stelle ein grosses Interesse fest. Vielen Frauen sei es wichtig, auf die Strasse zu gehen, auch wenn die meisten nicht im Wortsinn streikten: «Soweit ich gehört habe, nehmen viele Teilnehmerinnen frei und versuchen, Stellvertretungen zu finden», sagt Meyer.
Den Streik in Rapperswil-Jona unterstütze unter anderem SP-Nationalratskandidatin Karin Blöchlinger. Es seien Frauen aus verschiedenen Organisationen dabei, das Team sei «bunt gemischt». Amnesty International und die SP würden die Aktion offiziell unterstützen, es seien aber auch Frauen von den Grünen, der FDP und der CVP mit von der Partie.
Meyer engagiert sich, weil sie weiterhin eine «starke Diskriminierung in der Gesellschaft» sieht, nicht nur von Frauen. Sie war schon am Frauenstreik 1991 dabei. «Schon damals ging es um die Lohngleichheit. Es ist bestürzend, dass das immer noch ein Thema ist.» Meyer spricht an, dass Care-Arbeit im persönlichen Bereich mehrheitlich und fast ausschliesslich von Frauen geleistet werde. «Die Schweiz würde sonst nicht funktionieren», sagt sie. Die Arbeit werde aber nicht wertgeschätzt. Auch sexuelle Angriffe auf Frauen sind ein Grund, warum sie auf die Strasse geht.
«Wir müssen diskutieren»
Auch Astrid Scherzinger aus Kaltbrunn wird am Freitag auf die Strasse gehen. In einem Leserbrief in der «Linth-Zeitung» rief sie andere Frauen auf, es ihr gleichzutun. «Mir geht es um die Gleichberechtigung», sagt Scherzinger. Frauen hätten nicht den gleichen Lohn wie Männer und müssten für ihre Karrieren mehr kämpfen. «Ob nun Karriere oder keine Karriere – wir müssen uns immer erklären.»