Geschlechtstests beschlossen, GPS-Pflicht verschoben
Der Radsport-Weltverband UCI hat die Einführung eines Geschlechtstests für Olympische Spiele beschlossen, eine Verpflichtung zu GPS-Sendern allerdings verschoben.
Im Rahmen der Strassenrad-WM in Montreal teilte die UCI mit, man werde noch vor Jahresende Richtlinien für den einmalig vorgenommenen Gentest festlegen, der nur für Wettbewerbe des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gelten soll.
Das IOC hatte Ende März unter dem Druck des nächsten Olympia-Gastgebers Donald Trump beschlossen, einen Geschlechtertest von Sportlerinnen zur Teilnahme an Frauen-Wettbewerben zu verlangen. Auslöser für die Diskussionen war eine Debatte bei den Sommerspielen 2024, in deren Zentrum die Box-Olympiasiegerinnen Imane Khelif und Lin Yu-Ting standen.
Beide waren zuvor vom Weltverband von der WM ausgeschlossen worden, da sie auf der Basis eines nicht näher erklärten Geschlechtertests angeblich die Teilnahme-Kriterien nicht erfüllt hatten. Bei Olympia durften beide starten.
Kein Zeitplan für GPS-Pflicht
Eigentlich war erwartet worden, dass die UCI in Montreal zudem das Anbringen von GPS-Sendern an Fahrzeugen und Rädern ab 2027 verpflichtend macht. Die Debatte rund um solche Tracker war 2024 nach dem tragischen Tod von Muriel Furrer an der Heim-WM in Zürich erneut entfacht. Hätte die Schweizer Nachwuchsfahrerin beim Rennen einen GPS-Sender getragen, hätte Furrer nach ihrem Sturz allenfalls früher gefunden und ihr Tod vielleicht verhindert werden können.
Dennoch hatte es zum Thema einen offenen Streit mit diversen Teams gegeben, die verschiedene Richtlinien gefordert hatten. Dabei ging es unter anderem um die Haftung sowie die kommerzielle Nutzung der GPS-Daten.