Gemeinde investiert weiter im grossen Stil
So zumindest beschreibt der Kleine Landrat (KL) seine Stossrichtung, die er anlässlich der nächsten Sitzung dem Parlament vorlegen wird. Während der Grosse Landrat (GL) die Legislaturziele lediglich zur Kenntnis nehmen kann, hat er die Befugnis, beim Budget steuernd einzugreifen. Entsprechend gibt sich der KL grosse Mühe, seine Ziele zu erklären und die finanziellen Folgen aufzuzeigen. Dazu gehört auch der auf die Jahre 2023 bis 2027 ausgelegte Finanzplan. Es stellt die Ausgaben in einen grösseren Kontext und kann auch die Finanzen sich über mehrere Jahre hinziehender Projekte darstellen. Auch der Finanzplan wird dem GL zur Kenntnisnahme vorgelegt.
Der KL habe sich zum Ziel gesetzt, «Davos weiterzuentwickeln und die bestehende Infrastruktur à jour zu halten sowie die alternative Energieversorgung voranzutreiben, aber gleichzeitig einen Schuldenanstieg zu vermeiden». Ausgenommen ist dabei explizit das Generationenprojekt «Neugestaltung Zentrum Dorf» mit der Verschiebung des Bahnhofs im Zentrum. Dieses Generationenprojekt könne nicht mit den laufenden Einnahmen, sondern müsse über Fremdkapital finanziert werden. Total dürfte das Gesamtprojekt auf 250 Millionen Franken zu stehen kommen. Allerdings habe die Gemeinde nur einen Teil dieses Betrages zu stemmen, da die Kosten unter den vier Projektpartnern aufgeteilt würden. Dabei handelt es sich neben der Gemeinde um die Rhätische Bahn, die Davos Klosters Bergbahnen und die Immobiliengenossenschaft Konsum. Der zum jetzigen Zeitpunkt grob geschätzte Anteil wird mit 88 Millionen Franken angegeben. Das sei angesichts des grossen Mehrwerts auch für kommende Generationen jedoch vertretbar, schreibt der KL. Bis im Herbst des kommenden Jahres will die Gemeinde die Planungsarbeiten soweit vorangetrieben haben, dass sie mit einer Vorlage an das Stimmvolk gelangen kann. Dieses soll nicht nur eine grundsätzliche Aussage zum Projekt machen, sondern ausserdem über eine Bürgschaft über 20 Millionen Franken an eine zusammen mit den Projektpartnern zu gründende Aktiengesellschaft zur Realisierung der Einstellhalle befinden. Grundlage dieses Konzepts sei die Vorgehensweise in einer anderen Bündner Tourismusgemeinde, begründet der KL den Vorschlag. «Es handelt sich also um einen praxiserprobten Ansatz, der die Zusammenarbeit zwischen wichtigen Playern auf dem Platz Davos stärken wird.»