Geld für Kultur, Archäologie und Entwicklungshilfe
In seiner Junisession entscheidet der St. Galler Kantonsrat, wer im Sommerhalbjahr Geld aus dem Lotteriefonds bekommt. In der Regel gibt er grünes Licht für die Vorschläge der Regierung. Sie beantragt, dass 431 500 Franken als einmalige Beiträge in die Region fliessen sollen (siehe Grafik). Der grösste Zuschuss ist für Ausgrabungen in Kempraten in Rapperswil-Jona vorgesehen.
Neben den einmaligen fliessen auch jährliche Beiträge ins Linthge-biet. Diese sind bereits unter Dach und Fach, denn dafür gibt es längerfristige Vereinbarungen. Die aktuelle gilt noch bis einschliesslich 2020. Die jährlichen Beiträge, die ins Linthgebiet fliessen, belaufen sich auf 455 000 Franken. Grösster Nutzniesser ist das Kunstzeughaus in Rapperswil-Jona (siehe Grafik).
Umfassende Ausgrabungen
Die Ausgrabungen in Kempraten sollen mit mehr als 300 000 Franken aus dem Lotteriefonds unterstützt werden. Laut Martin Schindler, dem Leiter der Kantonsarchäologie, sind in den vergangenen zehn bis 15 Jahren bereits mehrere Millionen Franken aus dem Fonds in die Grabungen geflossen. «Es ist ein Hotspot für die St. Galler Archäologie», sagt Schindler. Gegraben würde nur dort, wo Bauprojekte Reste der Römersiedlung bedrohten. «Aktuell sind wir an der Seewiese tätig. Eine weitere Grabung an der Zürcherstrasse 114 kann voraussichtlich im September beginnen.»
Die Archäologen hatten in dem Bereich ein römisches Tempelareal entdeckt. «Nun sind wir dran, die weitere Umgebung zu erforschen.»
Theater, Literatur und Musik
Die zweithöchste Einzelförderung ist für ein Projekt der Rapperswiler Choreografin und Tänzerin Nelly Bütikofer vorgesehen. Mit dem Fasson-Theater plant sie ein interdisziplinäres Bühnenstück namens «Die höchste Zeit». Laut dem Bericht der Regierung soll es Theater, Literatur und Musik verbinden.
«Der Kanton St. Gallen schätzt das langjährige Wirken von Nelly Bütikofer und unterstützt das erneut sehr überzeugende Projekt mit einem Beitrag von 40 000 Franken», heisst es. Auch bei der regionalen Förderorganisation Kultur Zürichsee-Linth sowie den Städten Rapperswil-Jona und St. Gallen seien insgesamt 20 000 Franken für das Stück angefragt.