Gaël Monfils nimmt Abschied von der zweiten Heimat
Nach Stan Wawrinka tritt mit Gaël Monfils in New York ein zweiter Publikumsliebling ab. Der Franzose liefert noch einmal eine grosse Show, bleibt aber in der 2. Runde gegen Learner Tien chancenlos.
Gaël Monfils rennt, hechtet, schnauft, versucht alles – vergebens. Ihm gegenüber steht ein cleverer Spieler, Learner Tien, einer der Aufsteiger des Jahres, der die Limiten des vor zwei Tagen 40 Jahre alt gewordenen Monfils gnadenlos ausnützt. Bereits im zweiten Satz klagt der Franzose gegenüber seiner Betreuercrew. «Ich will, aber mein Körper sagt Nein. Es tut weh.»
Doch «la Monf» wäre nicht er selber, wenn er einfach so das Handtuch werfen würde. Er wirft noch einmal alles in die Waagschale, auch wenn er weiss, dass er diesen Match nicht mehr gewinnen wird – und die 14'000 Fans im Louis Armstrong Stadium danken es ihm. Schon immer war es Monfils fast so wichtig, sein Publikum gut zu unterhalten wie zu gewinnen. Dafür lieben sie ihn auf der ganzen Welt – und im «Big Apple» noch etwas mehr.
Erinnerungen an Federer und Wawrinka
«New York ist mein zweitliebstes Publikum, nach Paris natürlich», schwärmt der Franzose mit Wurzeln in der Karibik. «Es war mir eine absolute Ehre vor euch zu spielen und euch ein grosses Spektakel zu bieten.» Spektakel gehörte bei Monfils immer zur DNA, aber er war auch sportlich erfolgreich. Zwei Jahre stechen am US Open besonders heraus – und beide haben einen Schweizer Bezug.
Sein bestes Turnier spielte Monfils in New York 2016, als er ohne Satzverlust bis in den Halbfinal stürmte. Dort scheiterte er in vier Sätzen an Novak Djokovic – der dann im Final Stan Wawrinka unterlag. Nur einmal – 2008 in Paris – erreichte der Franzose ansonsten einen Grand-Slam-Halbfinal. Da stand ihm Roger Federer im Weg – und gegen den Basler spielte Monfils auch seine vielleicht denkwürdigste Partie am US Open.