Friedensgespräche zwischen USA und Iran unter Druck
Nach einem israelischen Angriff auf die Hisbollah-Miliz im Libanon hat der Iran erstmals seit zwei Monaten Israel wieder mit mehreren Raketenwellen angegriffen.
Das weckt die Befürchtung eines erneuten offenen Konflikts zwischen den beiden Ländern. Zugleich gefährdet die jüngste Eskalation auch ein mögliches Abkommen zwischen dem Iran und den USA. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zur aktuellen Lage:
Warum ist es gerade jetzt zu den iranischen Angriffen gekommen?
Der Iran reagierte mit seinen Raketensalven am späten Sonntagabend auf neue Angriffe Israels in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut am Sonntagnachmittag. Die israelische Armee hatte in den als Dahija bekannten Vororten, die als Hochburg der libanesischen Hisbollah gelten, «Terroristen-Hauptquartiere» der Miliz angegriffen. Davor war der Norden Israels erneut vom Libanon aus von der Hisbollah mit Raketen angegriffen worden.
Erst in der Nacht zum Donnerstag hatten sich Israel und der Libanon nach US-Vermittlung eigentlich auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung der bisher faktisch kaum wirksamen Waffenruhe in dem Konflikt geeinigt. Die Hisbollah lehnte die vereinbarten Bedingungen ab. Kurz darauf erfolgten neue Angriffe der Miliz.
Die Hisbollah ist der wichtigste nichtstaatliche Verbündete des Irans. Israel bekämpft die Hisbollah im Süden des Libanons mit Bodentruppen, fliegt aber immer wieder auch Luftangriffe in anderen Landesteilen. Teheran hatte zuvor gewarnt, dass weitere israelische Angriffe auf den Grossraum Beirut als neuer Eskalationsschritt in der regionalen Konfrontation gewertet würden.
Wie ist die aktuelle Lage?
Israelischen Medienberichten zufolge feuerte der Iran rund zehn Wellen an Raketen auf Israel ab. Die Raketen konnten nach Armeeangaben alle abgefangen werden. Zunächst war von einer Verletzten in Israel die Rede. Israel wollte Medienberichten zufolge hart auf die Angriffe reagieren. Ein israelischer Militärsprecher sagte, der Iran habe mit den neuen Raketenangriffen einen «schweren Fehler» begangen.