Folgen für St. Galler Eltern, Studierende, Fremdsprachige
Entscheide des St. Galler Kantonsrats in der Herbstsession haben konkrete Folgen für Eltern, Studierende oder Fremdsprachige. Wer muss sich auf welche Veränderungen einstellen?
Der St. Galler Kantonsrat hat in der dreitägigen Session eine umfangreiche Traktandenliste weitgehend abgearbeitet. Die Debatten fielen eher kurz aus. Schon länger gibt es nur wenige Geschäfte, bei denen die Fraktionen nicht geschlossen – quasi als Block – abstimmen.
Komfortabel ist dabei die Situation für die SVP. Sie kann wahlweise mit der FDP oder mit Mitte-EVP zusammenspannen und erreicht bei beiden Varianten eine Mehrheit im Rat. Auf der anderen Seite des politischen Spektrums ist die Ausgangslage für die SP-Grüne-GLP-Fraktion schwierig. Selbst wenn sie sich mit Mitte-EVP einig ist, wie etwa bei mehreren Anträgen zum Gesundheitsgesetz, reicht die Stimmenzahl nicht aus, um Abstimmungen zu gewinnen.
Unter den zahlreichen Beschlüssen der abgelaufenen Session haben einige direkte Auswirkungen auf die Bevölkerung. Es handelt sich jeweils um erste Lesungen, das bedeutet, dass grundsätzlich noch Änderungen beschlossen werden könnten.
Alle Eltern mit kleinen Kindern im Kanton St. Gallen:
Mit dem nun beschlossenen Konzept der frühen Sprachförderung soll die Volksschule entlastet werden. Künftig erhalten alle Eltern mit zwei bis drei Jahre alten Kindern ein Formular für eine «Sprachstanderhebung mittels Elternfragebogen als Selbstdeklaration».
Der Inhalt des Formulars muss zuerst noch erarbeitet werden. Gefragt wird etwa, ob sich der Sohn oder die Tochter beim Spielen mit anderen Kindern auf Deutsch unterhält. Je nach Resultat und Gemeinde kann danach ein verpflichtendes Aufgebot für ein Angebot der Sprachförderung erfolgen. Falls die Angaben nicht stimmen, sind die Gemeinden berechtigt, sie durch eine Fachperson «verifizieren oder berichtigen» zu lassen.