Ehre für den grössten Glarner Raubfisch
von Monica Marti*
Gemächlich zieht ein Fischschwarm durchs Wasser. Plötzlich kommt Hektik auf. Ein Hecht erscheint. Die Filmszene des Naturfotografen Rainer Kühnis zeigt, dass das Leben unter Wasser nicht Entspannung pur ist. Vor allem, wenn sich Hechte in einem Gewässer befinden. Der Raubfisch gilt als gefrässig. Er verschlingt, was ihm vor das Maul schwimmt. Sogar Enten.
Weibliche Hechte können 130 Zentimeter lang werden. «Als grösste Fischart im Glarnerland ist der Hecht für Fischer attraktiv», weiss Hansruedi Kubli. Er ist Vorstandsmitglied des Kantonalen Fischereiverbands Glarus und selber viel mit der Angel unterwegs. «Schon nur sein Aussehen ist interessant.» Das schnabelförmige Maul und der langgestreckte Körper mit der weit hinten ansetzenden Rückenflosse machen den Hecht unverwechselbar.
Sein schmackhaftes Fleisch eigne sich gut für Hecht-Küchlein, schwärmt Kubli, der noch viele andere Rezepte kennt. Obwohl er gerne auf Hecht fischt, ist er aber froh, dass die Art nicht in allen Gewässern vorkommt.
Forellen im Obersee gefressen
Andreas Zbinden, Fischereiaufseher des Kantons Glarus, kennt den Grund: «In kleineren Bergseen können Hechte andere Arten empfindlich dezimieren. Und wo der Hecht einmal drin ist, bringt man ihn nicht mehr raus.» Im Obersee hätten die Hechte zusammen mit den ebenfalls räuberischen Egli die ehemals starke Forellenpopulation vollständig aufgefressen.
Hechte leben in stehenden und langsam fliessenden Gewässern. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist im Kanton Glarus klein. «Es beschränkt sich praktisch auf den Walensee und den Linthkanal», präzisiert Zbinden. Aus dem Escherkanal sei die Art vor langer Zeit verschwunden. «Bis auf die Aufweitung Chli Gäsitschachen ist der Kanal zu lebensfeindlich. Er dient nur noch als Autobahn für durchziehende Fische.»