Fasnacht in der Stadt fällt Corona zum Opfer
Es war absehbar, nun steht es fest: Nach Eschenbach sagen auch die Organisatoren in Rapperswil-Jona die Fasnacht ab. «Zusammen haben wir die Situation im Zusammenhang mit Covid-19 laufend beobachtet und bis zuletzt gehofft», schreiben die Ortsgemeinde Rapperswil-Jona, die Schellegoggi-Zunft und die Wurstkranz-Bruderschaft in einer Mitteilung. Leider spreche vieles dafür, dass die Pandemie auch 2021 Einfluss auf grössere Anlässe ausüben werde. «So haben wir gemeinsam schweren Herzens entschieden, auf sämtliche Fasnachtsanlässe sowie die beiden Umzüge zu verzichten.»
«Nicht zu verantworten»
Es sind Anlässe mit grosser Tradition. Die Geschichte des Eis-Zwei-Geissebei reicht 670 Jahre zurück. Erst tagen traditionell die Herren im «Rathaus». Danach werden Kinder von den Fenstern aus mit Bürli, Würsten und Biber beschenkt. Ob das Geissebei schon einmal ausgefallen ist, weiss Ortsgemeindepräsident Matthias Mächler nicht. Seit er 1985 erstmals dabei war, fand es stets statt.
Theoretisch wäre der Anlass – nach heutigem Stand der Corona-Regeln – auch Anfang 2021 durchführbar – zumindest der Teil im «Rathaus». Denn der Anlass erfolgt auf Einladung. Ein Contact-Tracing wäre im Falle eines Infektionsgeschehens also machbar. «Es ist immer die Frage, was man darf, und was man verantworten kann», sagt Mächler dazu. Von den 120 Gästen im Saal sei die Mehrheit deutlich über dem AHV-Alter. «Aus unserer Sicht ist der Anlass deshalb nicht zu verantworten.»
Es wäre aus Mächlers Sicht zudem fraglich, wie viele Gäste gekommen wären. Man habe auch Alternativen wie die Aufteilung auf mehrere Lokale oder mehrere Daten erwägt, aber alle verworfen. «Der Anlass lebt vom Moment und der Zusammenkunft», sagt Mächler.
Allenfalls etwas Kleines
Immerhin seit 56 Jahren gibt es das Schübligbankett der Wurstkranz-Bruderschaft Jona. Laut Zunftmeister Bruno Huber ist es noch nie ausgefallen. Aus denselben Überlegungen wie bei der Ortsgemeinde kommt es nun zur traurigen Premiere. Im Saal im Joner «Kreuz» finden sich jeweils gar rund 700 Herren ein – viele in gesetztem Alter. «Ich glaube, wir hätten Unverständnis geerntet, wenn wir den Anlass durchziehen würden», sagt Huber. Man wolle niemanden gesundheitlich gefährden. Eine Durchführung mit Maskenpflicht habe man nicht ernsthaft erwogen. «Ich würde gerne mal einen Maskenball organisieren, aber nicht so», sagt Huber.