Expertise entkräftet Kritik an geplanter Baumreihe in Stadt
Die geplanten Bäume sind eines der Reizthemen beim «Stadtraum»-Projekt, das nächsten Sonntag in Rapperswil-Jona zur Abstimmung kommt. Das «Bürgerkomitee Stadtraum Nein», das gegen die Vorlage kämpft, bezweifelt, dass diese im Strassenraum gedeihen können. Und hat deswegen bei der Firma Heinrich Roth GmbH, die in der Ostschweiz tätig ist, um eine Expertise gebeten. Und diese in einer Medienmitteilung verschickt. Die Expertise kommt zum Schluss, dass Bäume in der Mitte der Strasse «für eine langfristige und nachhaltige Lösung absolut möglich» sind – wenn die Voraussetzungen stimmten und man es richtig mache.
Beim Parkplatz Stampf, der den Projekt-Gegnern als Negativ-Beispiel dient, seien die Baumgruben zu klein gewesen und die Pflege vernachlässigt worden, urteilt die Firma Heinrich Roth. Ähnlich hatten sich Vertreter des Architekturforums Obersee (AFO) geäussert (Ausgabe vom 2. November). Trotzdem sieht sich das Nein-Komitee bestätigt (Box unten).
Nachfolgend die Originalmitteilung und ein Kommentar des Bürgerforums Stadtraum Nein und der «Linth-Zeitung»:
Macht es ökologisch Sinn, bestehende Vorgärten (Wiesen/Baumbestand) an der Verkehrsachse aufzuheben, zugunsten von Bäumen in der Mitte, respektive am Rand der Strasse? Circa 12 000 Quadratmeter wären davon betroffen, würden zubetoniert, die Bäume in diesem Umfeld gepflanzt.
Firma Heinrich Roth: Jein. Erfahrungen zeigen, dass viel Geld in Planung investiert wird, bei der Ausführung dann aber vieles schief geht, weil essenzielle Voraussetzungen nicht gegeben sind, respektive das Fachwissen und in den Folgejahren die wichtige Pflege und der nachhaltige Umgang fehlt. Natürlich sollen bestehende Grünflächen und Baumbestände, wenn immer möglich, erhalten bleiben. Aber, wenn bessere Lösungen möglich sind, kann es durchaus Sinn machen, bestehende Grünflächen umzunutzen.
Kann ein Mittelstreifen mit Bäumen in der Strasse funktionieren? (Gliederungsfrage von Redaktion verfasst, Antwort ist unverändert) Bäume in der Mitte der Strasse sind für eine langfristige und nachhaltige Lösung absolut möglich, wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind: • mindestens 12 Quadratmeter Wurzelraum pro Baum, also mindestens 1,5 m in die Tiefe (in brauchbares Substrat, ohne Leitungen etc.) und acht Quadratmeter wasserdurchlässige Grünfläche, wie Wiesenblumen/Wildblumen oder kleiner, tiefwachsender Staudenunterbepflanzung. • Der Grünstreifen in der Mitte der Strasse sollte zwei Meter breit sein (entspricht der geplanten Breite beim «Stadtraum»-Projekt, Anmerkung der Redaktion), wenn möglich mindestens 30 Zentimeter durch Bordsteine erhöht gegenüber der Fahrbahn. Damit wird verhindert, dass im Winter ein Teil des Streusalzes direkt durch den Einbringer, respektive durch ablaufendes Tauwasser in den Wurzelbereich der Bäume gelangt. Weiter kann so eine Beschädigung der Bäume durch Fremdeinwirkung vermindert werden. Am optimalsten wäre es aber, wenn der gesamte Streifen in der Mitte durchgehend begrünt wäre. Für die Bäume wie auch für die daraus folgende positiv beeinflusste Biodiversität und psychologische Wirkung.