Krawallnacht hat politisches Nachspiel
Sie warfen Böller auf Polizisten, nebelten mit Pyro-Material die Lakers-Heimstätte ein und wollten gar in deren Garderobe eindringen. Hunderte Hockeychaoten der ZSC Lions in Rapperswil-Jona haben vor etwas mehr als einem Monat für schweizweite Negativschlagzeilen gesorgt (die «Linth-Zeitung» berichtete mehrfach). Nun ziehen die Vorfälle vom 7. Februar Kreise bis in den St. Galler Kantonsrat.
Am Montag zum Auftakt der Frühjahrssession hat Mitte-Kantonsrat Cornel Aerne einen Vorstoss zu den Tumulten eingereicht. Unterstützt wird er dabei von seinen Parteikolleginnen Heidi Romer aus Benken und der Rapperswil-Jonerin Yvonne Suter.
Aerne ist Eschenbacher Gemeindepräsident und ehemaliger Polizeibeamter. Er befürchtet, dass künftig mehr Polizei- und Sicherheitspersonal nötig sein wird, um die Sicherheit an Heimspielen der SC Rapperswil-Jona Lakers zu gewährleisten. «Dadurch entstehen weitere Kosten, die auch durch Steuerzahler aufzubringen sind», schreibt er in der Interpellation. Der hohe Sicherheitsaufwand dürfe in der Gesellschaft nicht als Norm akzeptiert werden.
«Noch kein Ermittlungserfolg»
Auch nach dem Spiel ist nun laut Aerne ein erheblicher Ermittlungsaufwand notwendig. Nur so seien «die Rädelsführer und die für die Randale verantwortlichen Personen zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen».
In der Tat bestätigt Polizeisprecher Hanspeter Krüsi auf Anfrage der «Linth-Zeitung», dass die Krawallnacht in Rapperswil-Jona die St. Galler Kantonspolizei nach wie vor beschäftigt. «Ein Ermittlungserfolg konnte noch nicht erzielt werden», sagt er.
Systematische Registrierung
Darum bringt Aerne nun ein technisches Personenidentifikationssystem ins Spiel. Durch diese systematische Personenregistrierung beim Stadioneintritt könnten Chaoten mit weniger Aufwand identifiziert und zur Anzeige gebracht werden. «Das Ziel soll die Verhinderung von solchen unschönen Vorkommnissen sein, die im Sport nichts zu suchen haben», heisst es im Vorstoss.