Erkenntnisse aus der ersten Runde der WM-Gruppenphase
Die ersten 24 von 104 Spielen der Fussball-WM sind absolviert. Was ist bisher aufgefallen? Von der grösseren Vorsicht, beachtlichen Aussenseitern und Stars, die reihenweise treffen.
Remisflut
So einen WM-Spieltag wie am Montag gab es zuletzt vor 68 Jahren, als vier Partien hintereinander unentschieden ausgingen. Ziemlich überraschend trennten sich Europameister Spanien und Aussenseiter Kap Verde 0:0, es folgten das 1:1 zwischen Belgien und Ägypten, das 1:1 zwischen Saudi-Arabien und Uruguay sowie das 2:2 zwischen Iran und Neuseeland.
Wie selten das ist, zeigt eine FIFA-Statistik: Einen solchen Spieltag hatte es in der Turnierhistorie zuvor nur am 15. Juni 1958 gegeben. Allgemein fiel der Trend zum Remis am ersten Spieltag auf. Auch die Schweiz (1:1 gegen Katar), Kanada (1:1 gegen Bosnien-Herzegowina) und die Niederlande (2:2 gegen Japan) kamen trotz ihrer Favoritenrolle nicht über einen Punkt hinaus.
Die vielen Unentschieden könnten auch im neuen Modus der erstmals auf 48 Teams aufgestockten WM begründet sein. In die Runde der besten 32 kommen nicht nur die zwölf Gruppensieger und die zwölf Zweiten, sondern auch die besten acht Dritten. Der Quervergleich verschiedener Gruppen führt verstärkt zu taktischen Spielereien, wie die Europameisterschaften 2016, 2021 und 2024 bereits belegt haben.
Stars liefern
Die ganz grossen Namen sind in Form – und haben den ersten Spieltag mit ihren Toren geprägt. Lionel Messi zog mit drei Toren beim 3:0 Argentiniens gegen Algerien mit Miroslav Klose als erfolgreichster WM-Torschütze gleich. Beide haben nun 16 Tore. Norwegens Stürmerstar Erling Haaland feierte einen WM-Einstand nach Mass; er traf in seiner ersten Partie beim 4:1 gegen den Irak zweimal.
Auch der französische Topstar Kylian Mbappé (3:1 gegen Senegal) und Englands Captain Harry Kane (4:2 gegen Kroatien) waren zweimal erfolgreich. Brasiliens Vinicius Junior bewahrte den Rekord-Weltmeister mit seinem Treffer beim schwungvollen 1:1 gegen Geheimfavorit Marokko vor einer Pleite zum Auftakt. Ohne Tor blieb Spaniens Lamine Yamal, der nach einer Verletzung erst spät eingewechselt wurde.