«Eine Vaterfigur»: Norweger in grosser Sorge um ihren König
David Hansens Stimme bricht, als er über den König spricht. Harald V. (89) sei «eine Vaterfigur für ein Land», sagt der Norweger der Deutschen Presse-Agentur, nachdem er vor dem Königlichen Schloss in Oslo einen Blumenstrauss abgelegt hat. Wie Hunderte andere Menschen sorgt sich Hansen um das Staatsoberhaupt, das mit unverändert schlechtem Gesundheitszustand im Reichskrankenhaus liegt.
Ein anderer Mann, er heisst Thomas Ertzeid Gulseth, fällt vor dem Meer aus Blumen auf die Knie und betet. «Ich kenne keinen anderen König», sagt er unter Tränen. Harald bedeute so viel für so viele Menschen. «Ich kann mir nicht vorstellen, wie es ohne ihn sein wird. Wir brauchen ihn.» Neben ihm stehen zwei ältere Menschen, den Kopf andächtig gesenkt.
Hier, am Nachmittag nach der Nachricht über den verschlechterten Gesundheitszustand des Königs, ist die Nähe des Volkes zu ihrem Monarchen zu greifen. Harald ist der älteste regierende König Europas – und bei den Norwegerinnen und Norwegern höchst beliebt. Immer wieder hatte der 89-Jährige in den vergangenen Jahren mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. So ernst wie jetzt war es aber noch nie.
Die Norweger lieben ihren Harald
Harald habe seine Rolle mehr als ausgefüllt, alles für Norwegen gegeben und werde deshalb auch vom Volk so sehr geliebt, sagt David Hansen. «Alle Generationen müssen eine neue Art und Weise finden, um sich selbst zu finden. Und er hat das für uns getan.»
Wegen der Bluterkrankung hämolytische Anämie – einer Form der Blutarmut – war Harald mit Kortison behandelt worden, was zu einer Flüssigkeitsansammlung im Körper geführt hatte. Anschliessend zog er sich zusätzlich eine bakterielle Infektion des Blutkreislaufs zu, seit der vergangenen Woche liegt er im Krankenhaus.