Eine Achterbahn der Gefühle
Seit dem späten Mittwochabend und der Niederlage von Xamax in Sitten steht fest: Der FC Thun spielt auch in der kommenden Saison in der Super League. «Wir sind erleichtert, denn das war unser Ziel Nummer eins», sagt Dominik Schwizer. Dass sich der 22-jährige Flügelspieler aus Schmerikon mit seinem Team bis in die drittletzte Runde gedulden musste, ehe der Klassenerhalt gesichert worden ist, ist schier unglaublich. Denn seit dem 10. November stehen die Thuner ununterbrochen unter den Top 4 der Super League und damit auf einem Tabellenplatz, der fürs internationale Geschäft berechtigt.
Der Motor geriet ins Stocken
Nebst dem BSC Young Boys, der an der erfolgreichen Titelverteidigung längst nicht mehr zu hindern ist, und dem Tabellenzweiten Basel war bis am Mittwoch die ganze Liga in den Abstiegskampf verwickelt. Grund ist die auf die laufende Saison hin wieder eingeführte Barrage. Zusätzlich zu den Grasshoppers, die als Direktabsteiger feststehen, könnte es im Duell gegen den Zweiten der Challenge League noch einen Super-League-Klub treffen. «Für die Zuschauer ist die Barrage spannend, für die Teams bedeutet sie grösseren Druck», sagt Schwizer.
Dieser Druck zeigt sich auf dem Rasen: Keiner der sieben Mannschaften auf den Rängen 3 bis 9 gelang es, in einen befreienden Lauf zu kommen und sich so von der Konkurrenz abzusetzen. Oder aber der Motor geriet ins Stocken – wie im Falle des FC Thun: Nach dem 3:1-Erfolg am 16. Februar in St. Gallen mussten die Berner Oberländer bis am letzten Samstag zwölf Meisterschaftsspiele auf den nächsten Sieg warten.
Für die Zuschauer ist die Barrage spannend, für die Teams bedeutet sie grösseren Druck.»
Eine reine Durststrecke war es aber trotzdem nicht: Am 28. Februar besiegten die Thuner im Viertelfinal des Schweizer Cups Lugano (zu Hause 3:2), am 23. April im Halbfinal Luzern (auswärts 1:0). Der zweite Cup-Final der Vereinsgeschichte nach 1955 (1:3 gegen Chaux-de-Fonds) war damit Tatsache. Irgendwo zwischen Europa, nicht zu unterschätzender Abstiegsgefahr und Cup-Final – eine kuriose Situation. «Es war für uns nicht so einfach, damit umzugehen», sagt Schwizer. Sie hätten versucht, sich davon nicht verrückt machen zu lassen, sich immer nur aufs nächste Spiel zu konzentrieren und alles andere auszublenden.