Ein neuer Ansatz für die Zukunft
Die Tour de Suisse kommt in dieser Woche in einem komplett neuen Gewand daher. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Was ist neu?
Die Tour de Suisse ist eine Institution im Schweizer Sport. Doch um den Spagat zwischen Tradition und den Anforderungen des modernen Radsports zu meistern, haben sich die Organisatoren für einen Kurswechsel entschieden.
Die Zahl der Renntage sank über die Jahrzehnte bereits von ursprünglich elf auf zuletzt acht. Bei der 89. Austragung umfasst die Rundfahrt der Männer nun nur noch fünf Etappen. Das Frauenrennen wurde dagegen von vier auf fünf Etappen ausgebaut und findet erstmals parallel zu den Männern auf denselben oder ähnlichen Strecken statt.
Die Frauen starten jeweils am Vormittag, die Männer am Nachmittag. Start und Ziel befinden sich stets am gleichen Ort. «Dadurch können wir dem Publikum und unseren Partnern mehr bieten», sagt CEO Gabriela Buchs. Sie ist überzeugt, «dass das neue Format sportlich wie strategisch der richtige Schritt für die Zukunft ist».
Warum diese Reform?
Der radikale Kurswechsel hat mehrere Gründe, einer der wichtigsten ist finanzieller Natur. Im letzten Jahr operierte die Tour de Suisse mit einem Budget von rund acht Millionen Franken, davon entfiel rund eine Million auf das Frauenrennen. Dieses schrieb jedoch rote Zahlen; im vergangenen Jahr war von einem Verlust von mehreren hunderttausend Franken die Rede.
Die zeitliche und räumliche Überlappung der Frauen- und Männerrennen hat sich in den vergangenen Jahren bereits bewährt. Nun sollen diese Synergien noch konsequenter genutzt werden. Gleichzeitig sinkt das Gesamtbudget auf rund sechs Millionen Franken.
Hinzu kommen sportliche Gründe. Die Tour de Suisse gilt nach wie vor als wichtiger Formtest für die Tour de France im Juli. Durch die Verkürzung geht die Schweizer Landesrundfahrt der Tour Auvergne-Rhône-Alpes, die früher Critérium du Dauphiné hiess, aus dem Weg. Die beiden Rundfahrten gehen nun zeitlich aneinander vorbei.