Ein grosser Favorit und zwei Schweizer mit Ambitionen
Stefan Küng hat nach seiner schweren Verletzung im Frühjahr ein bemerkenswertes Comeback hingelegt. Nun greift der Thurgauer am Sonntag im WM-Zeitfahren in Montreal nach einer Medaille.
Stefan Küng ist bereit für die nächste WM-Mission. Nach seinem im Februar erlittenen Oberschenkelbruch und einer rund halbjährigen Rennpause hat der Thurgauer nach seinem Comeback im August erstaunlich schnell wieder ein sehr hohes Niveau erreicht. Sowohl das Zeitfahren an der Polen-Rundfahrt als auch jenes der vergangenen Woche an der Vuelta gewann Küng.
Dass er bereits wieder derart konkurrenzfähig ist, überrascht ihn selbst. «Ich kann wirklich sagen, ich bin auf meinem bestmöglichen Niveau», sagte der 32-Jährige zwei Tage vor dem WM-Zeitfahren. Nach seinem Sieg an der Vuelta beendete der zweifache Familienvater die Spanien-Rundfahrt vorzeitig, verbrachte das Wochenende zuhause bei seiner Familie in der Schweiz und reiste am Montag nach Kanada. Von Jetlag ist keine Spur. Die sechsstündige Zeitverschiebung habe er gut verkraftet, sagt Küng.
WM als grosses Ziel
Seit der schweren Verletzung hatte der erfolgreichste aktive Schweizer Profi die WM als grosses Fernziel vor Augen. Nun steht er am Sonntag tatsächlich wieder konkurrenzfähig am Start. «Das Ziel ist natürlich, vorne reinzufahren. Wenn ich meine Leistung abrufen kann, kann es weit nach vorne reichen», sagt der zweifache Zeitfahr-Europameister.
Der 39,2 Kilometer lange, flache Parcours ist technisch anspruchsvoll – ein Umstand, den Küng nicht als Nachteil sieht. Er erinnert an das WM-Zeitfahren 2022 in Australien, das auf einem ähnlichen Kurs stattfand. Damals liess er grosse Namen wie Remco Evenepoel, Tadej Pogacar und Filippo Ganna hinter sich, er verpasste den ersehnten WM-Titel nur um 2,95 Sekunden. Gold ging an den norwegischen Überraschungsmann Tobias Foss.