Dramatische Rekordnacht bis in die Morgenstunden
Noch nie war ein Spiel am US Open so spät zu Ende gegangen. Um 3.33 Uhr Ortszeit beendete Ben Shelton eine dramatische Tennisnacht in New York.
Der als Nummer 8 gesetzte Amerikaner bezwang den Titelverteidiger Carlos Alcaraz nach 4:28 Stunden mit 6:7 (5:7), 6:1, 6:3, 1:6, 7:6 (10:7) und zog zum zweiten Mal in den Halbfinal des Heimturniers ein.
Die Partie verlangte beiden Spielern alles ab. Alcaraz ging körperlich derart an seine Grenzen, dass er sich während des Spiels in sein Handtuch übergab. Dennoch kämpfte sich der Spanier nach zwei klar verlorenen Sätzen zurück und erzwang einen vierten und fünften Durchgang.
«Nach dem dritten Satz war ich körperlich wirklich müde, aber ich fand einen Weg, mich weiter anzutreiben. Im fünften Satz fühlte ich mich immer besser, doch ich spielte gegen ein Biest. Ben ist ein unglaublicher, kraftvoller Spieler. Er hat diesen Sieg vollauf verdient», betonte der Spanier an der Medienkonferenz.
Beginn erst um 23.05 Uhr
Schon der Beginn war aussergewöhnlich spät. Alcaraz und Shelton betraten den Court im Arthur Ashe Stadium erst kurz vor 23 Uhr, um 23.05 Uhr wurde vor knapp 24'000 Zuschauern der erste Ball gespielt. Alcaraz, auf dem Papier der Favorit, entschied den ersten Satz für sich.
Danach kippte das Spiel ein erstes Mal. Vor allem Alcaraz' Vorhand wurde zum Problem. 31 seiner insgesamt 53 unerzwungenen Fehler beging er auf dieser Seite. Shelton erhöhte gleichzeitig den Druck. «Ich denke, dass ich meine Returnspiele intelligent angegangen bin. Ich hatte das Gefühl, dass ich Carlos zu vielen Ballwechseln gezwungen habe», sagte der 23-jährige Shelton, derzeit die Nummer 9 der Weltrangliste.