Dominante Männlichkeitsbilder sind in der Schweiz weit verbreitet
Fast jeder dritte junge Mann in der Schweiz vertritt laut einer neuen Studie ausgeprägt dominante Vorstellungen von Männlichkeit. Betroffene zeigen häufiger eine Akzeptanz von Gewalt sowie frauen- und queerfeindliche Einstellungen.
Zu diesem Ergebnis kommt die Universität Zürich in einer neuen Studie. Es sei das erste Mal, dass solche Daten für die Schweiz vorliegen, teilte die Universität am Dienstag mit.
Für die repräsentative Studie «Männlichkeit im Wandel» befragten Forschende des Jacobs Center for Productive Youth Development der Universität Zürich mehr als 6000 Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren in der Schweiz. Die Untersuchung entstand in Zusammenarbeit mit dem Dachverband der Schweizer Männer- und Väterorganisationen «männer.ch». Im Zentrum standen Fragen zu Geschlechterrollen, Partnerschaft, Sexualität und Gleichstellung.
Forscher messen den «Faktor-M»
Um diese Haltungen messbar zu machen, entwickeln die Forschenden einen neuen Indikator, den sie «Faktor M» nennen. Er bündelt verschiedene Einstellungen: die Zustimmung zu traditionellen Geschlechterrollen, die Wahrnehmung einer Bedrohung männlicher Identität, Skepsis gegenüber Gleichstellung sowie frauen-, homo- und queerfeindliche Ansichten. Hohe Werte stehen für ein Weltbild, das Männlichkeit stark mit Dominanz, Härte und Abgrenzung verbindet.
Besonders auffällig sind die Ergebnisse bei den Männern im Alter von 18 bis 24 Jahren. In dieser Altersgruppe gehören 31 Prozent zur Gruppe mit den höchsten Faktor-M-Ausprägungen. Über alle Altersgruppen hinweg fällt jeder fünfte Mann in diese Kategorie. Bei den Frauen sind es 7 Prozent.
Auffällig ist auch das Bedrohungsgefühl vieler junger Männer. Fast jeder zweite 18- bis 24-Jährige gab an, besorgt zu sein, dass «richtige Männer» an den Rand der Gesellschaft gedrängt würden. Diese Zahl überraschte auch die Forschenden.
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