Die WM und das Wetter: im Extremfall «lebensbedrohlich»
Jacke in Vancouver, Flip-Flops in Dallas. Das Wetter macht die Fussball-WM zu einem Turnier der Extreme. Wie sich Städte vorbereiten, was die FIFA unternimmt, wo Hitzeschlachten und Gewitter drohen.
Rauchschwaden wehen am Montag rund um das Sorrento Valley. Nur rund zehn Fahrminuten vom Basecamp der Schweizer Nationalmannschaft entfernt ist am Morgen ein Buschfeuer ausgebrochen, das sich schnell auf eine Fläche von rund 18 Hektaren ausbreitet. Am Abend geben die Behörden Entwarnung, der Brand ist unter Kontrolle.
Abgesehen von diesem Störfeuer findet das Team von Murat Yakin nördlich von San Diego perfekte Bedingungen vor, um sich auf das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko vorzubereiten. Meistens ist es strahlend blau, es herrschen mit 20 bis 25 Grad angenehme Temperaturen.
Auf der anderen Seite des Kontinents sind die Norweger untergebracht. In Greensboro im Bundesstaat North Carolina mussten die Wikinger bereits ein Training aufgrund der Temperaturen über 30 Grad unterbrechen. «Das Wichtigste ist, unter diesen Bedingungen zu trainieren. Und dann geht es einfach darum, sich jeden Tag an die Hitze zu gewöhnen», sagt Sander Berge. Englands Stürmer Ollie Watkins berichtete nach einem Training in Florida: «Es ist heiss, zu heiss.»
«Ein Turnier der Wetter-Extreme»
Die Bandbreite der Bedingungen bei der Drei-Länder-WM reicht von tropisch-feuchter Hitze in den US-Südstaaten bis hin zu Höhenlagen in Mexiko. «Wir müssen uns auf ein Turnier der Wetter-Extreme einstellen. Besonders kritisch wird die Kombination aus hoher Temperatur, hoher Luftfeuchtigkeit, Reiseaktivitäten und verdichtetem Spielplan sein», sagt der Sportmediziner Hans-Georg Predel von der Deutschen Sporthochschule in Köln der dpa.
Als besonders herausfordernde Standorte gelten Miami, Houston, Dallas und Monterrey. «Dort treffen hohe Temperaturen auf teils extreme Luftfeuchtigkeit. In Florida kommen zusätzlich typische Sommergewitter mit Starkregen und Blitzgefahr hinzu. Auch Atlanta und Kansas City können im Juni und Juli sehr schwül und gewitteranfällig sein», stellt Predel fest.