Die WM 2026 in Zeiten von Krieg und Gigantismus
Inmitten von sozialen und politischen Spannungen beginnt am Donnerstag die Fussball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Das XXL-Turnier sprengt alle Dimensionen.
Erstmals kämpfen vom 11. Juni bis 19. Juli 48 statt 32 Nationalmannschaften um den Titel. Die FIFA verkauft das Turnier als Fest des globalen Fussballs, Kritiker sehen darin vor allem den nächsten Schritt in Richtung Gigantismus. Statt 64 umfasst die WM nun 104 Partien. Gespielt wird an 16 Orten in drei Ländern, die Turnierdauer steigt auf 39 Tage. Der Weltmeister muss künftig fünf statt vier K.o.-Spiele – inklusive Gruppenphase acht Partien – überstehen.
78 Partien und alle Spiele ab den Viertelfinals finden in den USA statt, je 13 in Kanada und Mexiko, darunter das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika am Donnerstag, 21.00 Uhr Schweizer Zeit, im legendenumwobenen Aztekenstadion in Mexico City. Der Final steigt am 19. Juli im MetLife Stadium bei New York, das sich während der WM New-York-New-Jersey-Stadion nennen muss.
Zu Gast bei Donald Trump
Für Donald Trump soll es ein Sommer der Superlative werden. Der US-Präsident feiert drei Tage nach dem WM-Start seinen 80. Geburtstag, und am 4. Juli begehen die USA ihren 250. Tag der Gründung.
Doch die erhoffte Feierlaune ist getrübt: Noch immer stecken die USA im Krieg mit dem Iran, soziale Spannungen begleiten den Alltag im Land und stellen die USA vor eine Zerreissprobe. Auf der Welt herrscht ein Chaos, das Trump mit seinen feindseligen Auftritten, kriegerischen Handlungen und dem Konfrontationskurs mit langjährigen Verbündeten geradezu befeuert.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist das Klima. Mehrere Spielorte liegen in Regionen, in denen im Juni und Juli regelmässig Temperaturen deutlich über 30 Grad herrschen und mit starken Unwettern zu rechnen ist. Bereits vor Turnierbeginn beschäftigte die Hitze Organisatoren und Verbände. Zusätzliche Kühlzonen, Trinkwasserstationen und weitere Schutzmassnahmen sollen Abhilfe schaffen.