Die wichtigsten Fakten zur Strassen-WM in Montreal
52 Jahre nach dem historischen Sieg von Eddy Merckx wird Montreal wieder zum Zentrum des Radsports. Im Osten Kanadas geht es ab Sonntag bei der WM um die begehrten Regenbogen-Trikots.
Warum ist Montreal ein historischer Austragungsort?
Die Strassen-WM 1974 in Montreal sticht in den Geschichtsbüchern des Radsports durch zwei historische Meilensteine heraus. Es war das erste Mal, dass die WM ausserhalb Europas ausgetragen wurden, ein entscheidender Schritt für die spätere Internationalisierung des Radsports. Damals sicherte sich der Belgier Eddy Merckx im Strassenrennen seinen dritten und letzten WM-Titel und vollendete als erster Fahrer der Geschichte die berühmte «Triple Crown» des Radsports (die Siege beim Giro d'Italia, der Tour de France und der Weltmeisterschaft im selben Kalenderjahr). Nur 18 Fahrer schafften es auf dem extrem anspruchsvollen Kurs überhaupt ins Ziel. Nun feiert die Metropole im französischsprachigen Osten von Kanada genau ein Jahr nach der Premiere auf afrikanischem Boden in Ruanda ihre Rückkehr als WM-Gastgeber.
Wie präsentiert sich die Strecke?
Das Herzstück bildet der hügelige Rundkurs im und um den Parc du Mont Royal, der auch vom WorldTour-Rennen Grand Prix Montréal bekannt ist. Er wurde im Zielbereich um 1,1 km auf 13,4 km verlängert. Während das Ziel aller Wettbewerbe in der Avenue du Parc liegt, starten dort elf der dreizehn Rennen.
Eine Ausnahme bilden die Strassenrennen der Elite, die über eine längere, flache Anfahrt aus dem südlich gelegenen Brossard zum Rundkurs führen. Die Frauen bewältigen total 180,4 km mit 2570 Höhenmetern, die Männer 273,7 km mit 3803 Höhenmetern. Die Zeitfahren verlaufen im Gegensatz dazu eher flach. In der Elite-Kategorie bestreiten Frauen wie Männer denselben 39,2 km langen Parcours, der durch die historische Altstadt, entlang des Sankt-Lorenz-Stroms bis auf die Formel-1-Rennstrecke (Circuit Gilles-Villeneuve) auf der Ile Notre-Dame und wieder zurück führt.