Die Weltreise im Kino: Was braucht eine gute Reisedoku?
Ein Schweizer Paar reist über zwei Jahre lang in einem Land Rover Defender über drei Kontinente. Reicht das für einen Kinofilm?
Nichts gegen Diashows im klassischen Sinne: Man macht eine Reise, man lernt fremde Länder und fremde Leute kennen, fotografiert und filmt – und drängt das dann Freunden und Verwandten auf. Oder beglückt sie mit den Erinnerungen, je nach dem.
Genau das haben Martina und Tobias Baumeler gemacht: Mit einem Land Rover Defender reisten sie über drei Kontinente, oft fernab jeglicher Zivilisation, dann wieder mitten im Gewühl in fremden Städten.
Nur: Statt einer abendfüllenden Diashow ist bei Baumelers ein Kinofilm entstanden. «Immer weiter» läuft in Kinos in der Ostschweiz an, aber auch in Zürich, in der Innerschweiz und im Aargau. Obwohl die beiden gar keinen Reisefilm geplant hatten. «Wir wollten Freiheit, Ruhe und keine Verpflichtungen», sagt Martina Baumeler.
Es kam anders: Unzählige Autopannen, ein schwerer Unfall, eine ungeplante Schwangerschaft und ein Aufenthalt in einem afrikanischen Gefängnis prägten die Reise. Wieder zu Hause, waren 170 Stunden Filmmaterial aus 22 Ländern «und einige krasse Geschichten», wie Martina Baumeler sagt, zusammengekommen. Und so engagierten die beiden einen Cutter, sammelten 30'000 Franken via Crowdfunding, warfen selber noch einmal so viel ein.
Das ist viel Engagement – aber reicht es für einen Kinofilm? Wir haben «Immer weiter» auf fünf Kriterien, die eine gute Reisedoku ausmachen, untersucht.
1. Geschichte statt Chronologie