Die Selunbahn im Toggenburg könnte die Finanznot überwinden
Eine Fahrt mit der Selunbahn im Toggenburg ist abenteuerlich und äusserst beliebt. Auf der Kippe stand die Kistenbahn zwischenzeitlich, weil sie für viel Geld saniert werden muss. Nun zeigt sich Jürg Ammann von der Selunbahn aber zuversichtlich, die finanziellen Mittel zusammenzubringen.
An Wochenenden stehen Ausflügler bis zu zwei Stunden bei der Talstation der Selunbahn an. Dann dürfen sie eine seitlich offene Holzkiste mit Blechdach besteigen. Jürg Ammann, Präsident der Alpkorporation Selun, sagt schmunzelnd: «Man könnte in dieser Zeit hinauflaufen.»
Doch die Leute wollten mit der Bahn fahren, sonst würden sie nicht so lange anstehen. Weil es so beliebt ist, soll das Gondeli laut Ammann auch nach der bevorstehenden Sanierung in Betrieb bleiben und nicht durch eine geschlossene Kabine ersetzt werden.
Das Inspektorat für Kleinseilbahnen und Skilifte hatte 2022 an der Selunbahn Mängel festgestellt. Die Betreiber liessen daraufhin ein Erneuerungsprojekt ausarbeiten. Für rund 1,5 Millionen Franken sollen unter anderem die Steuerung, Überwachung und Verriegelung modernisiert und angepasst werden. Auch die Sicherheit bei den Stützen soll erhöht und eine Ampelanlage installiert werden.
Baubeginn im Herbst 2027 geplant
Einen grossen Teil des notwendigen Betrags hat die Alpkorporation bereits beisammen. Zu 200'000 Franken Eigenmitteln und 130'000 Franken Beiträgen der Grundeigentümer kommen Subventionsbeiträge von Bund (91'600 Franken) und dem Kanton St. Gallen (84'800 Franken). Zinslose Darlehen gewähren die Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann (100'000 Franken) und die Landwirtschaftliche Kreditgenossenschaft (81'000 Franken).